Braucht man in der Ferienvermietung einen Kfz-Stellplatz?

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Eigentlich eine einfache Frage: Benötige ich als Vermieter einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses eine Abstellmöglichkeit von PKW & Co. für die Gäste? Prinzipiell nicht, weil es nicht Aufgabe des Beherbergenden ist, sich um die An- und Abreiseoptionen der Gäste zu kümmern. So oder ähnlich denkt man wohl in einigen gewerblichen Unterkünften. Ihnen ist es sicher auch schon einmal passiert, dass Sie in einem Hotel nächtigen wollten, für Ihr Auto aber kein hauseigener Parkplatz mehr zur Verfügung stand. Manchmal liegt es an baulichen Gegebenheiten, manchmal an den hohen Investitionskosten eines zeitgemäßen Parkplatzes oder ganz einfach an der Tatsache, dass die vorhandene Bettenzahl die Anzahl der Parkmöglichkeiten deutlich übersteigt. Aber eins gilt fast immer: Wenn Sie als Gast einen Hotel-Parkplatz nutzen, dann werden dafür Gebühren erhoben.

Wie handhaben Sie das eigentlich in Ihrer Ferienimmobilie?

Betrachten wir die Thematik zunächst aus der Sicht eines Urlaubsgastes. Von den zahlreichen Anreisemöglichkeiten wie Bahn, Bus, Flugzeug, Schiff, Taxi oder eben mit dem PKW werden je nach Region, Standort und Infrastruktur fast alle genutzt. Das Gros der inländischen Feriengäste reist jedoch mit dem eigenen Kfz an. Das liegt neben der Bequemlichkeit und der größeren Unabhängigkeit vor allem daran, dass viele Gäste einer Ferienimmobilie einen halben Hausstand mit sich führen. Neben Kleidung und Freizeitequipment sind es oft auch reichlich Lebensmittel. Für Reisende mit einem Wohnmobil gestaltet sich das noch relativ einfach, für alle anderen wäre es sehr hilfreich, das mitgeführte Reisegepäck in kürzester Entfernung zum Ferienobjekt entladen zu können.


Können Sie als Vermieter keine eigene Parkmöglichkeit am Objekt bieten, so hat das sicher auch Auswirkungen auf das Buchungsverhalten einiger potentieller Gäste. Wer will sein Gepäck erst hunderte Meter weit schleppen? Außerdem entstehen dem Gast dabei noch fremde Kosten, beispielsweise in Form der freundlichen Parkuhr des Ferienortes. Kostenlose Ausweichmöglichkeiten gibt es immer weniger, weil viele Städte und Gemeinden die Behördenkasse gern mit Einnahmen aus jedem noch so kleinen Stück Stellfläche füttern. Da hat man in 14 Tagen Urlaub schnell mal mehrere Familienessen „verparkt“. Vom Stress einer stundenlangen Parkplatzsuche in der Hauptsaison einmal ganz zu schweigen …

Für Vermieter eines Ferienhauses ist das meist weniger ein Problem, selbst wenn neue Chausson Wohnmobile um die Ecke biegen. Im Regelfall gibt es hier genügend ebenerdige Stellfläche mit Platz in alle Richtungen. Bei den Eigentümern von Ferienwohnungen in Mehrparteienobjekten sieht das schon ganz anders aus. Uns ist noch jener Fall gut im Gedächtnis, als einige Häuser von einer unserer Ferienwohnungen entfernt eine wundervoll sanierte Promenadenvilla mit Ostseeblick keinen einzigen Stellplatz zur Verfügung stellen konnte und der Bauträger in seiner Not bei den benachbarten Grundstückseigentümern Stellflächen gegen Entgelt organisieren musste.
Gelegentlich übernachteten auch Gäste mit einem Reisemobil in unser Ferienwohnung. Bloß gut, dass wir einen offenen Stellplatz vor der Tiefgarage hatten. Bei den eingeschränkten Rangiermöglichkeiten in der Tiefgarage hätte es unsere Gäste vor ein Problem gestellt. Die hatten sich übrigens vor der Buchung auch gezielt erkundigt, ob es genügend Platz für das Wohnmobil gäbe.

Kosten und Lösungsalternativen für einen Kfz-Stellplatz

Summa summarum legt der Großteil der Gäste Wert darauf, einen Kfz-Stellplatz zur Verfügung gestellt zu bekommen. Sollte Ihnen dieser tatsächlich fehlen, so sondieren Sie besser Lösungsmöglichkeiten. Man könnte z.B. benachbarten Fewo-Eigennutzern vorschlagen, gegen einen kleinen Obolus deren Stellplatz gemeinsam zu nutzen. Wer nicht vermietet, benötigt ja nicht ständig einen Parkplatz.
Alternativ zeigen sich vielleicht auch die Gemeinde oder private Eigentümer (Geschäfte, Nachbarn) im Umfeld bereit, einen Stellplatz gegen eine günstige Jahrespacht zur Verfügung zu stellen.

Womit wir dann bei den Kosten wären. Bei neu erbauten oder sanierten Ferienimmobilien reichen die Erwerbskosten für eine Kfz-Stellfläche heutzutage schon teilweise bis in fünfstellige Regionen. Da will gut überlegt sein, wie man das refinanziert. In unserer Usedomer Ferienregion wurde es meist so gehandhabt, dass man die Parkplatzkosten im Mietpreis bereits berücksichtigt hat. Dem Gast erschien es nicht als zusätzlicher Kostenfaktor. Sie können natürlich den Mietpreis optisch günstiger gestalten und die Parkgebühren extra erheben. Das dürfte dann Anreisende mit Bus und Bahn erfreuen. Finden Sie heraus, welche Variante bei Ihnen erfolgversprechender ist. Jedoch gilt: Eine benutzte Stellfläche völlig ohne Berechnung ist unwirtschaftlich.

 

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