Die Bewertung von Ferien-Immobilien – Teil 5

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Verwaltung und Vermarktung des Objektes vor Ort?

Bei der Wertermittlung einer Ferienimmobilie sind auch die notwendigen Dienstleistungen am Standort zu beurteilen. Jeder Eigentümer einer Ferienwohnung bzw. eines Ferienhauses muss sich um die Verwaltung seines Objektes kümmern. Dies kann komplett oder zum Teil Eigenregie geschehen für Ortsansässige. Für entfernt wohnende Eigentümer ist es da deutlich komplizierter. Da von diesen niemand extra zur Schlüsselübergabe an die Gäste anreist, sind Dienstleister vor Ort erforderlich. Jene müssen nicht unbedingt am gleichen Standort ansässig sein, zumindest aber die Region Ihres Fewo-Standortes bedienen.

Was es da nicht alles zu bedenken gibt: Die regelmäßige Reinigung des Feriendomizils, einen Reparaturservice im Schadensfall, Garten-/Poolpflege und Hausmeisterservice, Empfang und Schlüsselübergabe für die Gäste, die Organisation von An- und Abreisen, Erreichbarkeit bei Fragen und Problemen etc. Selbst ohne Vermietung der Fewo haben auch Eigennutzer einiges zu organsieren.


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Ich kenne Vermieter, die aus augenscheinlichen Kostengründen die Reinigung, Hausmeisterangelegenheiten oder gar die Schlüsselübergabe (ja, die Variante mit der Fussmatte gibt’s auch heute noch; manchmal technisch gelöst per Chipkartenzugang) aus der Ferne in Eigenregie übernehmen und jeweils kleine Dienstleister, Bekannte oder Nachbarn vor Ort engagieren. Meiner Erfahrung nach rechnet sich das nicht wirklich. Wenn man den ganzen eigenen Organisations- und Zeitaufwand berücksichtigt, dann fährt man mit einer Agentur mit Komplettservice zumeist besser. Man muss nur eine gute und günstige Agentur ausfindig machen.

Überlegen Sie zunächst, welche Teile der Verwaltung und Vermarktung Sie extern auslagern wollen und recherchieren Sie die Möglichkeiten inklusive Kosten vor Ort dazu. Falls Sie alles vorfinden, was Sie benötigen und Ihr Kostenbudget eingehalten werden kann, haben Sie zu den Kriterien der vorherigen Artikel nun auch das letzte Puzzleteil hinzugefügt, um sich der Mühe einer Wertermittlung für ein potentielles Kaufobjekt zu unterziehen.

Falls die Verwaltungs- und Vermarktungsoptionen vor Ort nicht hinreichend sind, sollten Sie tief in sich gehen, ob Sie den abzusehenden zusätzlichen Aufwand in der künftigen Vermietungsphase schultern wollen. Das sollte sich dann auch in Ihren Kaufpreiskalkulationen zum auserkorenen Objekt widerspiegeln.

So, nun sind alle grundsätzlichen Kriterien für eine Bewertung der Ferienimmobilie durchleuchtet worden und Sie können entscheiden, ob eine feilgebotene Immobilie überhaupt zu Ihren Vorstellungen und Planungen passt. Sie ersparen sich so vergebene Liebesmüh für aufwendige Recherchen, um einen akzeptablen Kaufpreis für ein womöglich unpassendes Objekt zu ermitteln.

In Teil 6 leiten wir über zum nächsten Schritt und kümmern uns um die erforderlichen Informationen zum Immobilien- und Vermietungsmarkt, ohne die wir keine vernünftige Wertermittlung Ihres (potentiellen) Feriendomizils hinbekämen …

 

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Kommentare

  1. Michael Blahm  April 20, 2015

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das oft viele den Service anbieten, als Verwalter einer Ferienwohnung aufzutreten.
    Aber sowie es läuft und es einige mehr werden, lässt auch der Service stark nach, es wird nicht mehr persöhnlich nachgesehen und evtl. wieder Personal dafür eingestellt. Gerade im Ausland schauen die dann eh oft nur nach dem eigenen Vorteil.
    Wenn man gutes Personal hat und einen Nachbarn, der drauf schaut, ist man immer besser bedient.
    Wir vermieten auch Ferienhäuser in Kenia und schauen immer persönlich nach den Häusern und verlassen uns auf keinen anderen.

    antworten
    • Tilo Boy  April 25, 2015

      Jo, habe ich mal am eigenen Leib erfahren, wie es ausschaut, wenn der Aufgabenberg größer wird. Anfangs wurden die Gäste noch persönlich mit Sektflasche vor der Fewo empfangen von der Agentur. Mit den zunehmenden Vermietungsaufträgen war das praktisch nicht mehr machbar.
      Meiner Erfahrung nach ist dies aber oft so: Wer neu am Markt ist, der besetzt gezielt die Schwachstellen der Konkurrenz. Hat man dann den Fuß im Markt, dann gleicht sich der Service dem Wettbewerb an.
      Das ist o.k., man kann sich im Regelfall darauf einstellen. Bei grober Schlamperei würde ich aber kein Pardòn akzeptieren.

      Nichtsdestotrotz muss man schon einen ausgezeichneten Nachbarn haben, um den perfekten Vor-Ort-Service bieten zu können.

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