Crowdinvesting in Ferienimmobilien – Was genau ist das?

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Immobilien im Allgemeinen und Ferienimmobilien im Besonderen sind eine kostspielige Angelegenheit. Es bedarf im Regelfall schon einer gut gefüllten Brieftasche bzw. eines guten Scorings bei den Banken, um in diesem Anlagebereich Fuß fassen zu können. Anleger mit geringerem Investitionsbudget haben es ungleich schwerer. Es verwundert daher kaum, daß Ideen für Immobilieninvestitionen mit kleineren Anlagesummen früher oder später auf den Plan treten. Crowdinvesting ist so eine Möglichkeit, die in der letzten Zeit immer mehr Beachtung findet. Gibt es jetzt Immobilien für alle?

Um zu verstehen, was es mit dem Crowdinvesting auf sich hat, blicken wir zunächst auf die Historie dieser Anlageform.

Der Ursprung des Crowdinvesting

Die Anfänge reichen bis zum Beginn der 2000er Jahre zurück und bezeichneten damals eine Möglichkeit der alternativen Geldbeschaffung für Projekte, Produkte oder Geschäftsideen. Crowdfunding nennt man dies und es bedeutet eine Finanzierung durch eine Menge verschiedener Personen, ähnlich einer Kapitalsammlung bei einem Investmentfonds. So sammelten auf diese Weise z.B. Musiker Finanzmittel für die Produktion von Alben in einem Tonstudio ein. Auch Filme wurde auf diese Art und Weise finanziert. Meist stand dabei nicht die Rendite im Vordergrund, sondern die Investitionen flossen als Spenden. Oder aber die Geldgeber bekamen eine Anerkennung wie ein Exemplar des produzierten Musikalbums oder eine Eintrittskarte für die Aufführung des mitfinanzierten Films.

Seitdem hat sich viel getan und so existieren heute die verschiedensten Formen der Schwarmfinanzierung. Beispielsweise zur Beschaffung von Eigenkapital  bzw. eigenkapitalähnlicher Mittel für junge Startups, mittelständische Unternehmen oder spezielle „grüne“ Projekte. Seit einigen Jahren auch zur Finanzierung von Immobilien. Dadurch hat sich der Investorenfokus weg von der Spendenidee hin zur Renditeorientierung verschoben. Einen guten Überblick erhält man auf der Seite crowdfunding.de.

Crowdinvesting für Immobilien

Mittlerweile haben im Zuge steigender Immobilienpreise zahlreiche Anbieter diesen Anlagebereich als Finanzgeschäft für sich entdeckt. Auf crowdfunding.de zählt man aktuell bereits 14 Plattformen, die Investoren die Beteiligung an Immobilienprojekten offerieren. Sie heißen Exporo, Bergfürst, Zinsland oder Immo Rocks und bieten Beteiligungen für wenige Hundert Euro, manchmal sogar noch weniger an. Crowdinvesting findet vornehmlich über das Internet statt und entwickelt sich aus Sicht eines Unternehmens zumindest teilweise zu einer Alternative für reine Bankfinanzierungen.

Bislang wurde mehrheitlich lukrative Immobilienprojekte in Städten co-finanziert. Der Reiz für einen Investor besteht darin, dass erheblich höhere Verzinsungen als bei Zinskonten, Anleihen oder dem guten alten Sparbuch erzielbar sind. Und das auch noch bei überschaubaren Anlage-Laufzeiten von ein bis fünf Jahren. Die Zinsen bewegen sich je nach Lage, Attraktivität und Objektqualität oft zwischen 5 und 8%. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld erscheint dies vielversprechend, wenn es da nicht etwas Wesentliches zu berücksichtigen gäbe.

Höhere Rendite, höheres Risiko

Derzeit kommt die Mehrzahl der angebotenen Immobilienprojekte für die Anleger in Form eines Nachrangdarlehens daher. Upps, wieso Darlehen? Ja, Sie lesen richtig. Man ist zumeist weder am Erwerb, noch an den Mieteinahmen und auch nicht am Verkaufserlös der jeweiligen Immobilien beteiligt. Stattdessen beinhaltet das Konstrukt Nachrangdarlehen schlicht und ergreifend nichts anderes, als die Gewährung eines Darlehens an den involvierten Bauträger bzw. das federführende Immobilienunternehmen. Dieses Darlehen wiederum wird im Falle eines Falles wie z.B. einer Insolvenz erst nach den ebenfalls aufgenommenen Bankdarlehen aus der verbliebenen Masse bedient.

Der Darlehensnehmer kann durch das mittels Crowdinvesting eingesammelte Geld den Anteil der Bankfinanzierung am gesamten Projekt verringern und seine Konditionen verbessern. Ein Nachrangdarlehen bildet somit nur einen Teil des benötigten Kapitals ab, denn ohne Bank werden Immobilienprojekte eher selten realisiert.

Crowdinvesting für Ferienimmobilien

Seit einigen Monaten haben die Crowdinvesting-Plattformen eine neue Spielwiese für sich entdeckt – die Ferienimmobilien. Da Feriendomizile in touristischen TOP-Regionen eine ähnlich positive Preisentwicklung in der vergangenen Zeit durchgemacht haben wie viele Stadtimmobilien, bietet sich dieser Schachzug geradezu an. So hat beispielsweise die Plattform Exporo ein Projekt im Ostseeheilbad Zingst umgesetzt und der Anbieter Bergfürst eine Villa in Santa Ponsa mit Hilfe einer Schwarmfinanzierung realisieren können. Im Falle von Bergfürst diesmal als Bankdarlehen mit grundbuchlicher Besicherung.

Noch einen Schritt weiter ging bereits die spanische Plattform Housers, die Anfang des Jahres eine Wohnung in Palma de Mallorca mit Hilfe von 318 Investoren per Crowdfunding erwarb. Das Besondere: Die Investoren sind Anteilseigner einer spanischen S.L. und partzipieren sowohl an den Mieteinnahmen als auch an einem späteren Verkaufserlös der Wohnung. Damit kommt man dem eigentlichen Ansinnen eines Immobilieninvestors, nämlich einer direkten Beteiligung an Immobilie und Einnahmen schon sehr nahe.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis man als Kaufinteressent einer Ferienimmobilie auch in Deutschland tatsächlich Crowdinvesting-Immobilien serviert bekommt, an denen man als Investor wirklich beteiligt ist und nicht nur als Geber eines Nachrangdarlehens auftritt. Bis dahin gilt: Die jeweiligen Finanzierungskonstrukte sorgfältig auf ihre Risiken prüfen und keinesfalls alle Eier in einen Korb legen. Zum Glück machen die niedrigen Mindestanlagesummen dies möglich.

Beispiele Crowdinvesting in Ferienimmobilien

Zwei beispielhafte Präsentationen für Crowdinvesting-Projekte im Bereich Ferienimmobilien, realisiert mit Unterstützung zahlreicher Investoren über die Plattformen Bergfürst und Companisto. Zum einen das Projekt einer Villa in Santa Ponsa, Mallorca und zum anderen das Weissenhaus Grand Resort & Spa am Meer in Deutschland.

Bergfürst Crowdinvesting Villa Santa Ponsa

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Kommentare

  1. Sebastian K  Juni 23, 2017

    Hi, wir haben es auch mit unseren Freunden überlegt, auf diese Art gemeinsam eine Ferienwohnung zu kaufen. Sehr hilfreich für uns, diesen Artikel zu lesen, bevor wir endgültige Entscheidungen treffen. LG Sebastian

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  2. Tilo Boy  Juli 5, 2017

    Nun mischt auch das Immobiliennetzwerk Engel & Völkers beim Crowdinvesting mit. Zusammen mit Fintech Kapilendo hat man eine Plattform ins Leben gerufen, auf der bereits ab 100 Euro Investments möglich sind. Erstes Projekt sind Eigentumswohnungen in Hamburg. Es würde jedoch nicht überraschen, wenn zukünftig auch Ferienimmobilien den Weg auf die Plattform finden. Immerhin ist E & V sehr gut in vielen Ferienregionen positioniert.

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