Facebook-Marketing der Unterkunftsportale für Ferienvermieter

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Vor mehr als 3 Jahren hatten wir die damalige Situation auf den Social Media Kanälen, insbesondere auf Facebook, aus Sicht eines Vermieters einmal auf’s Korn genommen. Ein langer Zeitraum im schnelllebigen Internet. Da scheint es angebracht, die Entwicklungen seitdem auf Interessantes abzuklopfen. Dabei steht vor allem die Frage im Vordergrund: Was stellen eigentlich die zahlreichen Unterkunftsportale für ihre inserierenden Vermieter über Facebook auf die Beine?

Ist Facebook nun ein Marketingkanal oder nicht?

Keine Frage, Facebook wird für das Vermietungsmarketing mittlerweile ausgiebig genutzt. Viele engagierte Eigentümer haben einen Weg gefunden, auf der Social Media Plattform das eigene Feriendomizil attraktiv in Szene zu setzen und potentielle Gäste aufzuspüren. Dabei spielen sowohl die vom Eigentümer betriebene Facebook-Seite der Ferienimmobilie als auch die zahlreichen Gruppeninitiativen eine hauptsächliche Rolle. Waren es vor Jahren nur Einzelfälle, in denen ein Vermieter erfolgreiches Belegungsmarketing ausschließlich über Facebook betrieb, so tut dies heute bereits ein ansehnlicher Teil der Ferienvermieter.

Es soll dabei nicht unerwähnt bleiben, dass die über Facebook akquirierten Gäste nicht unbedingt den üblichen Querschnitt Buchender darstellen, die über Portale oder Kataloge zum geeigneten Ferienobjekt finden. Facebook-Gäste sind in der Summe deutlich jünger, was oft entsprechende Folgen nach sich zieht. Ohne Internet/WLAN geht für viele Facebook-User auch im Urlaub wenig. Zudem scheinen potentielle Gäste über Facebook besonders gern nach niedrigen Mietkosten Ausschau zu halten. Geht ja auch relativ einfach. Man stellt eine Anfrage in eine geeignete FB-Gruppe ein. Tut dabei Zeit, Ort, Personenzahl, Wünsche und Preisvorstellungen kund und wartet auf die entsprechenden Reaktionen der Vermieter in dieser Gruppe. So manches Geschäft geht da zu erstaunlich günstigen Mietkosten über den Tresen. Andererseits erspart man sich natürlich die Ausgaben für Portalinserate.

Das Kostenmodell von Airbnb, Wimdu oder 9flats, wonach neben dem inserierenden Vermieter auch Kosten für den buchenden Gast anfallen, hat über das seit Sommer bei FeWo-direkt geltende Preismodell auch begonnen, auf dem Markt der reinen Fewo-Portale Fuß zu fassen. Möglicherweise liegt hier einer der Gründe, warum die Fewo-Vermarktung über Facebook eine größere Rolle spielt als zuvor. Schließlich sparen beide Parteien: Der Vermieter seine Buchungsprovisionen für das Portal und der Gast umgeht so die ihm abverlangte Service-Gebühr.

Was leisten Portale für ihre Inserenten auf Facebook?

Eine weitere interessante Option, das Ferienobjekt über Facebook zu vermarkten, ist die Nutzung der Facebook-Accounts der Unterkunftsportale. Damit ist natürlich nicht das direkte Anpreisen und Posten der eigenen Ferienimmobilie durch Eigentümer auf dem FB-Kanal eines Portals gemeint. Das läßt logischerweise kein Portal zu. Es geht eher um die Art und Weise, wie ein Unterkunftsportal selbst den eigenen Facebookkanal für seine Inserenten nutzt. Dabei gilt: Je größer die Fanbasis auf Facebook ist, um so höher ist die erreichbare Aufmerksamkeit für eingestellte Nachrichten.

Schauen wir uns zunächst an, welches Facebook-Potential Unterkunftsportale aufgebaut haben (Stand: 6.11.2016, jeweils deutsche Facebook-Accounts):

Übersicht zur Fanbasis von Unterkunftsportalen auf Facebook

Das Gefälle innerhalb der Branche ist doch überraschend groß. Vor allem jene Plattformen, die ursprünglich nicht als reine Fewo-Portale gestartet sind, verfügen über eine enorme Reichweite bei den Facebook-Usern. Internationalität des Objektbestandes kann aber als Grund dafür nicht herhalten, die haben Ferienhausmiete und Traum-ferienwohnungen.de auch. Erstaunlich, dass selbst Dickschiffe wie TUI Ferienhaus über vergleichsweise wenig Facebook-Fans verfügen. Das zeigt insgesamt, dass man bei einigen deutschen Fewo-Portalen den Social Media-Aktivitäten über Facebook bislang wohl eher weniger Aufmerksamkeit widmet.

Wofür nutzen die Portale ihren Facebook-Kanal?

Nun sagt die pure Größe der Fanbasis einer Facebookseite noch nichts über die Effektivität dieses Marketingkanals aus. Es kommt darauf an, welche Inhalte für die Leser transportiert werden. Diese können z.B. sein:

  • Kommunikation zu internen Themen (neue Portalfunktionen, veränderte Preispolitik, besondere Services, Unternehmensdaten usw.)
  • Lancierung von Aktionen, um das Vermietungsgeschäft zu bestimmten Saisonzeiten anzukurbeln
  • Kundenbetreuung & Beschwerdemanagement
  • Aufmerksamkeitslenkung auf einzelne Portalrubriken, um spezielle Zielgruppen anzusprechen (Regionenmarketing oder Themen wie Hunde-, Bade- oder Skiurlaub)
  • Vorstellung einzelner Ferienobjekte

Der letzte Punkt ist aus Sicht eines Vermieters der interessanteste. Schließlich könnte man so sein Ferienhaus oder seine Ferienwohnung einem großen Publikum präsentieren.

Objektplatzierung auf Facebook durch Traum-ferienwohnungen.de

Aber funktioniert das tatsächlich? Durchaus, wie man in diesem Kommentarstrang auf dem Facebook-Account von Traum-ferienwohnungen.de sehen kann:

Reaktionen zum Objektangebot auf Facebook

Leider läßt sich den Vermieter-AGB zu Leistungen und Preisen auf den Portalwebseiten nicht entnehmen, nach welcher Systematik Objektvorstellungen auf dem Facebook-Account möglich sind. Das gilt ebenso für die Kostenfrage. Scheinbar wird dies intern geregelt, wie dieses Posting vermuten läßt.

Vermieterinteresse für eine Objektvorstellung auf Facebook

Eigentlich wäre es doch auch im Sinne der Portale, für ihre Facebookkanäle interessante Preismodelle zu entwickeln. Das gäbe inserierenden Vermietern eine zusätzliche Möglichkeit, das Objekt auch außerhalb der Portalwebseite zu vermarkten. Wir sind gespannt, was der Portalbranche zukünftig dazu einfallen wird …

Facebook – ein zweischneidiges Schwert?

Im Gegensatz zur Portalwebseite ist Facebook als soziales Medium grundsätzlich ein öffentliches Kommunikationsmittel in beide Richtungen. Das bedeutet demzufolge auch, dass die Leistungen eines Portals durch die Facebooknutzer für jedermann sichtbar kommentiert werden können. Ganz gleich, ob es sich dabei um Vermieter, Gäste oder neutrale Leser handelt.

Es verwundert daher kaum, dass auf den Facebook-Accounts einiger Portale auch reichlich ungemütliches Feedback auftaucht. Das ist gleich aus mehreren Gründen hilfreich. Als Vermieter bekommt man über diese Kommentare Schwachstellen des Portals und seiner Services sowie die Haken und Ösen bei anderen Eigentümern aufgezeigt. Daraus läßt sich das eigene Vorgehen bestens optimieren. Andererseits ist es auch ein Feedback für das Portal selbst und man kann anhand der Anworten des involvierten Portalmitarbeiters recht gut schließen, ob man den Umgang mit geschilderten Problemen lösungsorientiert managt oder nicht.

Bildnachweis: öffentliche Facebook-Accounts, Grafik: erfolg-mit-ferienwohnungen.de

Marketing in der Ferienvermietung

Literatur rund um die Ferienimmobilie

Interviews

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Kommentare

  1. Tilo Boy  März 7, 2017

    Das erste Unterkunftsportal hat nun unsere Anregungen aufgegriffen und bietet Vermietern die Vorstellung ihres Ferienobjektes auf Facebook an. Es ist das Nischenportal Hundeurlaub.de mit mehr als 200.000 Facebook-Fans. Und wie man so hört, konnten buchende Vermieter ihre Fewo-Belegung deutlich erhöhen nach einem FB-Inserat.
    Die Konditionen finden sich hier.

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