Fewo-Auslastung steigern durch Monteure und Berufspendler?

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Ich hatte mich in verschiedenen Blogartikeln bereits speziellen Nischen in der Gästevermietung gewidmet, wie z.B. Städtereisen oder der Vermietung an Messegäste. Das können durchaus lukrative Geschäftsfelder sein, wenn sich die Immobilie nicht so recht für eine dauerhafte Ferienvermietung eignet. Was aber tun, wenn das Objekt weder in einer Großstadt, noch an einem Messestandort und auch nicht in einem Ferienstandort gelegen ist? Neben der Dauervermietung käme beispielsweise eine Vermietung an Monteure, Berufsreisende, Pendler, Zeitarbeiter oder Studenten in Frage.

Eine recht interessante Überlegung für Eigentümer von Ferienimmobilien ist, ob sich die belegungsfreie Zeit vor allem in der Nebensaison nicht irgendwie sinnvoll verringern ließe. Was spricht eigentlich dagegen, die Belegungsquote des Feriendomizils durch die Vermietung an zeitlich befristete Bewohner zu optimieren? Nehmen wir als Beispiel die Seehafenstadt Emden in meiner Region mit etwa 50.000 Einwohnern. Im Sommerhalbjahr durchaus ein recht gut besuchter Touristenort. Aber im Winter …?

Zum Glück gibt’s vor Ort einige größere Unternehmen wie z.B. das VW-Werk, die Thyssen-Werft oder auch die Branche rund um die Windenergie. So einige Vermieter in der Region kamen nun auf die Idee, das touristenarme Winterhalbjahr für eine Vermietung an Monteure, Zeitarbeiter oder Auftragspendler zu nutzen. Davon sind in Emden und Umgebung reichlich unterwegs. Mal ist es der auswärtige VW-Ingenieur, der für ein paar Monate zur Modellumstellung im VW-Werk Emden „abkommandiert“ wurde, mal sind es Spezialisten für Windkraftanlagen, die offshore einen großen Auftrag erledigen müssen oder auch Berufstätige aus der Baubranche, die zeitlich befristet einen Bauauftrag abarbeiten. Ich kenne sogar Vermieter, die ihre Immobilie ganzjährig als Monteurzimmer vermieten.

Auf diese Weise erspart man sich etliche Paragraphen des nicht gerade vermieterfreundlichen deutschen Mietrechts, weil der Bewohner nach Abschluss seiner Arbeitsaufgabe wieder freiwillig das Feld räumt. Die Mieteinnahmen sind denen einer Dauervermietung ebenbürtig und verhelfen vielen Ferienwohnungen durchaus mindestens zur Deckung der laufenden Kosten im Winterhalbjahr. Diese Kombination von Ferienvermietung in der Hauptsaison und Vermietung an Monteure und Berufspendler in der Nebensaison haben auch einige Internetportale für sich entdeckt. Monteurzimmer.de ist einer dieser Anbieter. Beim Herumstöbern in der Objektliste stellt man schnell fest, dass eine erkleckliche Zahl von Fewo-Eigentümern eingetragen ist.

Womit ich bei der wichtigen Frage angelangt bin – Wo finde ich dieser Mietergruppe?

Zum einen kann man die örtliche/regionale Zimmervermittlung bemühen und sich dort eintragen. Zumeist hält sich das Marketing dort in Grenzen, weshalb der potentielle Gast mit Monteurshintergrund auch erst einmal dorthin finden muss. Eine weitere Möglichkeit wäre, sich bei den in Frage kommenden Unternehmen der Region einmal umzusehen. So manch eine Firma schöpft aus einem Pool bereitstehender Gastgeber, wenn auswärtige Angestellte, Subunternehmer oder Firmengäste beherbergt werden müssen.

Sehr bequem ist natürlich aus Sicht eines Unterkunftssuchenden eine Internetrecherche nach passenden Angeboten. Ob Sie es glauben oder nicht, der Suchbegriff „Monteurzimmer“ wird bei Google monatlich weit über 10.000 mal eingegeben. Ein gewichtiger Grund für Vermieter sich zu überlegen, ob man die Ferienwohnung oder das Ferienhaus nicht nur auf den gewohnten Fewo-Portalen, sondern zusätzlich auch auf speziellen Portalen für Monteure, Zeitarbeiter, Berufsreisende und Auftragspendler präsentieren sollte.

Bei Ausstattung und Einrichtung des Objektes sollten Sie zudem den Bedürfnissen dieser Zielgruppe Rechnung tragen. Kistenweise Prospekte für touristische Aktivitäten sind eher fehl am Platze. Ihrem Monteur sind ganz sicher Informationen darüber wichtiger, wo er Verpflegung einkaufen kann, wie es um einen Wäscheservice bestellt ist oder wie er einen Pizza-Lieferservice erreichen kann. Übersichtskarten der Umgebung und des Wohnortes sowie Fahrpläne von Verkehrsmitteln gehören ebenfalls dazu.

Denken Sie ruhig einmal über diese Möglichkeit nach und recherchieren Sie in Ihrer Umgebung, ob sich diese Vermietungsidee nicht auch erfolgreich in Ihrer Ferienimmobilie umsetzen läßt. Ihre Belegungsquote wird dies sicher erfreuen …

 

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Fotos: Ulrich Häßler, Bundesarchiv; lieferservice.de

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