Wie vermarkte ich meine Auslandsimmobilie an Feriengäste?

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Mehr als ein Drittel der deutschen Eigentümer einer Ferienimmobilie besitzen ein Feriendomizil im Ausland. In einem früheren Blogartikel hatten wir uns bereits nach den diesbezüglichen TOP-Standorten umgesehen und konnten die spanischen Gefilde als Nummer 1 herausfiltern. Neben Mallorca, der Costa del Sol und der Costa Blanca zählt die Kanareninsel Teneriffa zu den beliebtesten Investitionsregionen. Zusammen mit den Briten spielen die Deutschen dort bei Erwerb und Vermietung von Ferienobjekten die erste Geige unter ausländischen Investoren. Das wollen wir heute einmal zum Anlass nehmen, um der Frage nach einer erfolgversprechenden Vermarktung von Ferienhaus und Ferienwohnung am Beispiel Teneriffas nachzugehen.

Tourismus auf Teneriffa und den Kanarischen Inseln

Wie in allen Urlaubsregionen Spanien hatte es auch Teneriffa ordentlich erwischt in der Krise um 2008. Seitdem erholen sich Wirtschaft und Tourismus nur langsam vom Einbruch. Allerdings ist zu konstatieren, dass die Kanaren im abgelaufenen Jahr 2015 von der allgemein instabilen politischen Lage in anderen Ferienregionen profitieren konnten, wie Teneriffa News vor wenigen Tagen berichtete. Weit draußen im Ostatlantik scheinen sich zahlreiche Urlauber wohl sicherer zu fühlen.

Traditionell stellen Festlandsspanier ein gutes Drittel der Urlaubsgäste Teneriffas, vor allem in den Monaten Juli und August. Ein weiteres Drittel des Touristenstroms auf die Kanareninsel stammt aus Großbritannien. Etwa 11% der Feriengäste sind aus Deutschland, gefolgt von Skandinaviern, den Benelux-Staaten, Italienern und Franzosen. Für Vermieter einer Ferienimmobilie auf Teneriffa ist damit offenbart, welcher Kundschaft man sich erfolgversprechend widmen könnte. Doch über welche Vermarktungskanäle erreicht man diese Gästegruppen?

Grundsätzliche Überlegungen zur Vermarktung

Zunächst einmal sei festgehalten, dass es hierfür selbstredend keinen Königsweg gibt. Zu facettenreich sind die Rahmenbedingungen von Standort, Lage, Objektqualität, Einrichtung & Ausstattung und natürlich auch die persönlichen Gegebenheiten eines einzelnen Vermieters. Dies beginnt bereits mit der Frage, ob man als Eigentümer selbst auf Teneriffa lebt und sein Ferienobjekt in Eigenregie vermietet oder dies aus dem Ausland bewerkstelligt.

Ein vor Ort tätiger Eigentümer hat dabei den unschätzbaren Vorteil, mit Landessprache, heimischer Mentalität, ökonomischen Bedingungen und juristischen Voraussetzungen sicher besser vertraut zu sein als sein z.B. aus Deutschland agierendes Besitzerpendant. Das eröffnet naturgemäß größere Spielräume beim Aufstöbern interessanter Vermarktungsideen. Wer als Deutschstämmiger auch der spanischen und möglicherweiser englischen Sprache mächtig ist, könnte mit diesen Talenten sein Objekt bereits drei Vierteln des Tourismusmarktes in der jeweiligen Heimatsprache anbieten. Dazu kommt die Möglichkeit, durch Eigenleistungen den Kostenblock niedrig zu halten oder ggf. erforderliche Services günstig durch Einheimische erbringen zu lassen. Immerhin liegt die Arbeitslosenzahl aktuell bei rund 28 Prozent. Der Beschäftigungsverlust infolge der Finanzkrise ab 2008 machte auch vor dem Tourismussektor nicht halt.

Inselferne Eigentümer benötigen die Unterstützung von Kooperationspartnern, die entweder die zu bewältigenden Aufgaben vor Ort erledigen oder dies zu organisieren vermögen. Dafür gibt es einige Optionen:

Mögliche Vermarktungskanäle

Google MyBusiness für den Suchterm Ferienhaus Teneriffa

Google MyBusiness für den Suchterm Ferienhaus Teneriffa

Für Vermieter in Eigenregie nimmt die eigene Homepage zum feilgebotenen Ferienobjekt einen gewichtigen Stellenwert als Vermarktungskanal ein. Der Haken ist jedoch meist eine hinreichend gute Sichtbarkeit im Internet, um genügend Nachfrage zu generieren. Wie bei gut frequentierten Suchbegriffen zu Feriendomizilen üblich, tauchen auch bei Suchtermen für Teneriffa zumeist Unterkunftsportale auf den ersten Seiten der Google-Suchergebnisse auf. Ganz selten schafft es eine private Fewo-Homepage weit nach vorn.
Eine interessante Option, um trotzdem auf die Seite 1 bei Google zu gelangen, ist die Nutzung von Google MyBusiness. Hier kann man sich Interessenten präsentieren, die einen Suchbegriff bestehend aus Objektart und Ort eingegeben haben, z.B. „Ferienhaus Teneriffa“. Es erscheinen dann die ersten 3 örtlichen Anbieter passend zum Suchbegriff oberhalb der organischen Suchergebnisliste. Ein Klick auf „mehr Orte“ öffnet dann die komplette Liste. Anbieter mit Sitz in anderen Orten wie beispielsweise Fewo-Portale haben hier keine Listungsmöglichkeit. Es gibt im Netz zahlreiche Video-Tutorials, wie man eine effektive Nutzung von Google MyBusiness bewerkstelligt.

Eine andere Option zur Objektvermarktung ist die Nutzung von spezialisierten Unterkunftsportalen, welche sich exakt auf eine bestimmte Ferienregion fokussieren. Im Falle unserer Kanareninsel sind dies Plattformen, welche gezielt Feriendomizile auf Teneriffa anbieten. Wer eine Ferienwohnung im Norden oder ein Ferienhaus im Süden Teneriffas vermietet, sollte sich auch einmal mit diesen Portalen auseinandersetzen. Für deutsche Eigentümer eines Urlaubsdomizils auf Teneriffa sind bequemerweise sogar einige Anbieter verfügbar, die von Deutschland aus operieren. Das vereinfacht mögliche Sprachbarrieren zu überwinden.

Eine dritte Möglichkeit wären Inserate auf international aufgestellten Fewo-Portalen, die viele Ferienobjekte auf Teneriffa im Objektbestand haben und hier auch ein entsprechend gutes Suchmaschinenmarketing betreiben. Eine Recherche per Google-Suchergebnisliste zu den gut frequentierten Teneriffa-Suchtermen ist hilfreich, um die in Frage kommenden Fewo-Portale aufspüren zu können. Unterziehen Sie geeignete Kandidaten aber unbedingt einer Prüfung, ob eine vollmundig versprochene Vielsprachigkeit letztlich nicht nur eine automatische Sprachübersetzung ist. Nach wie vor erzeugen die meisten automatischen Übersetzungsprogramme keine vernünftigen Übersetzungen, manchmal mit arg gruseligen Ergebnissen. Damit würden Sie spanische oder englische Buchungsinteressenten wohl eher vergraulen. Eine elegante Lösung ist z.B. das Portal Ferienhausmiete.de, welches neben der deutschen Variante auch 5 komplett fremdsprachige Portale unter eigenen Domains betreibt. Hier kann man sein Inserat sprachlich korrekt dann auch der internationalen Kundschaft zur Verfügung stellen.

Fazit: Summa summarum ist sicherlich ein Mix der genannten 3 Varianten am aussichtsreichsten. Je nach Objektart, Lage und Zielgruppe könnte noch eine Hinzunahme der mittlerweile allgegenwärtigen Unterkunftsportale à la Wimdu, Airbnb & Co. Erfolg versprechen, die vor allem in städtischen Destinationen stark aufgestellt sind. Viele dieser früher einmal als Zimmerportale gestarteten Plattformen haben in der letzten Zeit eigens Extrarubriken für Ferienobjekte geschaffen.

 

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Titelfoto: Enrique Castrillo Nunez, wikimedia commons; Beitragsbild: Google

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