Fractional Ownership – Miteigentum an einer Ferienimmobilie

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Wann immer etwas zu teuer für den Interessenten ist, muss er seinen Traum vorläufig begraben … die luxuriöse Yacht, den Privatjet oder die Luxusimmobilie. Oder etwa doch nicht? Eine simple Idee eilt in den USA seit Jahren von Erfolg zu Erfolg – Fractional Ownership (= Teilbesitz). Dabei erwirbt man quasi Miteigentum am Objekt der Begierde und teilt sich mit den anderen Teileigentümern auch die Nutzung. Hintergrund dieser Idee ist folgender: Es gibt Dinge auf dieser Welt, die wären für eine Einzelperson im Regelfall extrem kostenintensiv. Wenn zusätzlich diese Objekte nur gelegentlich genutzt werden, dann wäre der Zeigefinger an der Stirn außerordentlich angebracht, zumindest aus wirtschaftlicher Sicht.

Man sucht also Gleichgesinnte und erwirbt jeweils einen Teil des Objektes und teilt sich anschließend die Nutzung und die laufenden Kosten. Vorreiter dieser Idee war die Firma NetJets, die seit 1986 einen Teilbesitz an Geschäftsreiseflugzeugen anbietet. Der Siegeszug dieses Modells blieb nicht unbemerkt und 1998 verleibte sich die Investorenlegende Warren Buffet NetJets ein.

Es lag nahe, diese Idee vom Privatjet auch auf andere Güter mit hohen Anschaffungskosten zu übertragen. Das funktionierte ebenso bei Luxusautos oder bei Yachten, wie die Firma SmartYacht bewies. Und, Sie ahnen es schon, bald gerieten auch Immobilien aus dem Luxussegment ins Blickfeld.

Wer träumt nicht von der eleganten Strandvilla, nur wenige Schritte vom Meer entfernt? Wie wäre es, absolute Großzügigkeit mit himmlischer Ruhe ohne den Stress einfallender Touristenhorden zu kombinieren und dabei auch noch durch perfekten Rundum-Service viele Annehmlichkeiten zu geniessen?

Das kann ich mir nicht leisten, werden Sie sagen! Und genau darum geht es bei fractional ownership. Sie erfüllen sich Ihren Traum für einen Bruchteil des Preises und denken trotzdem wirtschaftlich. Sie nutzen wie alle anderen Miteigentümer auch die Traumvilla nach einem jährlich festgelegten Schlüssel und teilen sich die Kosten untereinander. Dadurch wird Leerstand unterbunden und unvermeidbare Fixkosten (Steuern, Abgaben) sind für den Einzelnen vertretbar. Ursprünglich galt diese Idee für die Selbstnutzer einer Ferienimmobilie. Jeder kam zu seinem Urlaubsrecht, die Immobilie wurde aus Eigeninteresse schonender behandelt.

Heutzutage sind aus diesem Grundprinzip Unternehmen entstanden, welche zahlreiche Ferienimmobilien auf aller Welt im Portfolio haben und diese nicht nur per Fractional Ownership verkaufen, sondern dem Teilbesitzer einer Strandvilla in der Karibik auch einen Urlaub im Ski-Chalet eines Miteigentümers an einer anderen Immobilie vermitteln. Nebst Service natürlich. Das Ganze ist dann theoretisch ein Nutzungs-Tauschgeschäft unter verschiedenen Teilbesitzern einer Ferienimmobilie.

Oder noch praktikabler: Ein Unternehmen erwirbt die Immobilien. Über eine Mitgliedschaft an diesem Unternehmen besitzt man dann einerseits ein Nutzungsrecht auf Urlaub in einer der unternehmenseigenen Immobilien und nimmt andererseits vertraglich gesichert an der Wertentwicklung der Unternehmensimmobilien teil. Dadurch werden Grundbuchverfahren und -kosten minimiert, allerdings ist man an das unternehmerische Geschick Dritter gebunden. Ein exklusives Beispiel ist der Hideaways Club, zu dessen Mitgliedern auch Ex-Formel-1-Pilot Nick Heidfeld zählt.

Teilbesitz an Strandvilla                 www.rocksure.com

Dieses Modell ist dabei aber nicht mit Timesharing zu verwechseln! Bei fractional ownership erwirbt man Miteigentum an einer Ferienimmobilie, welches auch im Grundbuch eingetragen ist. Beim Timesharing kauft man lediglich das Nutzungsrecht am Objekt, nicht deren (Mit-) Besitz. Hat man sich an einer vielversprechenden Ferienimmobilie beteiligt, partizipiert man über das Nutzungsrecht hinaus auch an der (hoffentlich positiven) Wertentwicklung des Objekts.

Eigentlich passt das fractional ownership-Modell doch auch perfekt zu den vielen wundervollen Ferienwohnungen und -häusern in Deutschland. Ich könnte mir vorstellen, dass es reichlich Interessenten gäbe, einen Mitanteil an einer gehobenen Ferienwohnung an Ostsee, Nordsee, in den Bergen oder in Metropolen zu Preisen ab 15. – 20.000 Euro zu erwerben und darin jährlich Urlaub zu machen. Und etwas weiter gedacht: Bei einem Pool von mehreren Fewos an verschiedenen Orten in Deutschland könnte man sein zum Miteigentum gehöriges Urlaubsrecht auch tauschen oder gar an Fremde vermieten.

Scheinbar ist in Deutschland auf diese Idee aber noch niemand gekommen, zumindest war meine Internetrecherche diesbezüglich erfolglos. Aber was nicht ist, kann ja noch werden …

 

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