Die beliebtesten Standorte für Ferienimmobilien im Ausland

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Deutsche Eigentümer erwerben ihre Ferienimmobilie am liebsten zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen. Mehr als 50% der Immobilienkäufe erfolgen im Inland. Das hat natürlich viele Gründe … die Sprache, ein bekanntes Rechts- und Steuersystem oder auch ein einfacheres Marketing bei der Ferienvermietung. Trotzdem gibt es zahlreiche Liebhaber von Auslandsimmobilien. Aber welche Standorte favorisieren die Deutschen? Spanien, Frankreich, Italien? Oder doch lieber Österreich oder die USA?

Alljährlich veröffentlichen FewoDirekt und Engel & Völkers eine Studie zu Ferienimmobilien und werten dabei das Verhalten ihrer Kunden aus. Die aktuelle Studie 2013 offenbart diese Hitliste unter den Auslandsimmobilien:

1. Spanien

Wie nicht anders zu erwarten, war, ist und bleibt Spanien die TOP-Adresse für Ferienimmobilien im Ausland. 11,4 % der Befragten gaben an, ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung in Spanien zu besitzen. Die Nummer 1 ist dabei die Baleareninsel Mallorca, die ich im Blog bereits mehrfach unter die Lupe nahm. Es folgen die Costa del Sol und die Costa Blanca auf dem spanischen Festland sowie die Kanareninsel Teneriffa.

2. Österreich

Unser Nachbarland ergatterte Platz 2 mit 8,2 % Anteil. Österreich bietet den Vorteil, dass es neben den zahlreichen Wintersportmöglichkeiten auch ein hervorragender Standort für Sommerurlaub und Städtetourismus ist. Nachgefragteste Regionen sind Tirol, das Salzburger Land, Wien, Kärnten und die Steiermark. Lediglich das leidige Thema „Widmung als Ferienwohnsitz“ bremst die Österreich-Begeisterung der deutschen Immobilienkäufer etwas ein.

3. Italien

Ein wenig aus dem Blickfeld geraten sind in letzter Zeit Immobilien in Italien. 6,4 % der Befragten nennen hier eine Ferienimmobilie ihr Eigen. Favoriten sind nach wie vor Südtirol und die Toskana. Auch wenn italienische Domizile nicht so im Blickpunkt öffentlichen Interesses standen wie beispielsweise diejenigen auf dem spanischen Festland, so waren auch hier fallende Preise mehrheitlich feststellbar. Das hochpreisige Luxussegment geht wie fast überall seinen eigenen Weg der Preisfindung …

4. Frankreich

Wenn es irgendetwas gibt, was Immobilieneigentümer nicht leiden können, dann sind es staatliche Begehrlichkeiten. Frankreich ist ein Musterbeispiel dafür, wie man mit der Steuerkeule Hausbesitzer abspenstig macht. Selbst dem bekannten Schauspieler Gerard Depardieu wurde die Gier zu bunt. Immerhin 5,4 % der Befragten besitzen eine Immobilie in Frankreich, vorzugsweise an der Cote d‘ Azur, in der Provence oder im Languedoc-Roussillon.

5. Schweiz

Die gute Schweiz belegt in der o.g. Studie Rang 5 mit 3,3 % Anteil. Besonders der Kanton Wallis erfreut sich großer Beliebtheit unter der deutschen Kundschaft. Man muss allerdings anmerken, dass die Preisentwicklung in einigen Regionen atemberaubend ist, z.T. jenseits von Gut und Böse. Ich hatte dies vor einiger Zeit in einem Artikel näher untersucht. Die Schweiz als traditioneller Hort der Sicherheit wird vor allem bei unsicheren politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in der Welt gern von Kaufinteressenten angesteuert. Selbst die Immobilienkrise 2007/2008 in Europa und den USA konnte der Preisentwicklung kaum etwas anhaben.

6. Kroatien

Am Pool unter südlicher SonneSeit einigen Jahren ist Kroatien fester Bestandteil der Immobilienwelt deutscher Eigentümer. Gut zu erreichen, mildes Klima, eine interessante Historie inmitten wundervoller Landschaften machen die Destination attraktiv. Vor allem die Küste und die zahlreichen vorgelagerten Inseln von Dalmatien und Istrien sind Magnete. Wenn ich mir die Preise aktuell angebotener kroatischer Immobilien so ansehe, dann muss ich konstatieren, dass von Schnäppchen schon längst keine Rede mehr sein kann. Kroatien reiht sich nahtlos in die üblichen Mittelmeerpreislagen ein. Mit 2,8 % Anteil liegt das Adriaziel für Immobesitzer gleichauf mit den USA.

7. USA

Groß war der Schreck, als ab 2007 die Immobilienpreise in den USA in vielen Regionen ins Bodenlose zu stürzen schienen. Mittlerweile hat sich die Lage vorerst beruhigt und es wird wieder gekauft. Für die Deutschen ist fast ausnahmslos Florida interessant, wie aus der Studie hervorgeht.

8. Niederlande

Trotz unsicherem Wetters und fehlender winterlicher Attraktivität rangiert unser Nachbarland an der Nordsee auf Platz 8. 2,5 % der Befragten besitzen hier eine Auslandsimmobilie, vor allem Zeeland ist nachgefragt.

9. Portugal

Erstaunlicherweise reicht es für die sonnenverwöhnte Algarve nur zu Rang 9 mit 2,2 % Anteil an der Auslandsimmobilien der Deutschen. Die größere Entfernung bei der Anreise dürfte u.a. mitverantwortlich sein. Zudem sind die Flugverbindungen nicht ganz so üppig bemessen wie im benachbarten Spanien.

Zwei weitere Länder fanden in dieser Studie keinen Niederschlag, sollen aber trotzdem nicht unerwähnt bleiben.

Da ist zum einen Dänemark. Wer die sommerlichen Urlauberstaus auf den Autobahnen nördlich von Hamburg kennt, weiß um die Attraktivität dänischer Ferienhäuser am Strand. Vermutlich spielt unser nördliche Nachbar bei Immobilienkäufern deshalb nur eine Nebenrolle, weil man das Ferienhaus und die Ferienwohnung an Nord- und Ostsee auch in Deutschland bei ähnlichen klimatischen Bedingungen erwerben kann. Warum sich dann eine fremde Sprache und ein unbekanntes Rechts- und Steuersystem antun?

Letztlich sei noch auf die Türkei verwiesen. Eigentlich für Liebhaber von Sommer, Sonne, Strand und Meer das perfekte Investitionsziel. Die türkischen Immobilienpreise sind im Vergleich zu anderen europäischen Mittelmeeranrainern moderat und bei der Bauqualität hat man im vergangenen Jahrzehnt erhebliche Fortschritte gemacht. Die Lebenshaltungskosten sind eher unterdurchschnittlich. Trotzdem hat sich das Land bisher nicht zu den TOP-Adressen für deutsche Ferienimmobilienkäufer entwickeln können. Woran hakt’s also?

Kurz und knapp: Am Pauschaltourismus! Die Türkei ist ein Eldorado für kostengünstigen All-inclusiv-Urlaub in noblen Herbergen. Die durchschnittliche türkische Hotelinfrastruktur schlägt z.B. die übliche mallorquinische um Längen und Essen, Trinken und viele Freizeitattraktionen sind bereits inbegriffen. Warum soll der Türkei-Tourist dann ein Ferienhaus mieten, sich selbst versorgen und weitere Nebenkosten (Flug, Strandliegen, Tennisplatz etc.) in Kauf nehmen, wenn er mit All-inclusiv günstiger wegkommt? Daher ist die Vermietung von türkischen Ferienimmobilien im Regelfall ein eher schwieriges Geschäft. Da sagt sich der deutsche Immobilienanleger wohl: „Die Einnahmen aus einer Ferienwohnung an der Ostsee oder Nordsee sind größer. Und damit kann ich in der Türkei dann wunderbar Urlaub machen …“

 

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Kommentare

  1. Villa Luna Trogir  Februar 5, 2014

    Kroatien gehört in Europa zu den schönsten Ländern, vor allem der Teil in Dalmatien.
    Die Preises der Apartments und Ferienwohnungen sind günstig im Vergleich zu Italien und Spanien.
    Mit dem EU-Beitritt wurde es für Ausländer einfacher, in Kroatien ein Apartment zu kaufen.

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