Die Ferienimmobilie verkaufen – Mit oder ohne Makler?

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Wenn nicht gerade vererbt wird, steht irgendwann im Leben des Eigentümers einer Ferienimmobilie der Verkauf derselben auf der Agenda. Der Verkaufsprozess ist mindestens ebenso umfangreich wie der beim Kauf des Objektes. Eine der wichtigen Fragen hierbei lautet: Soll ich den Verkauf selbst oder zusammen mit einem Immobilienmakler in die Hand nehmen? Beide Varianten haben so ihre Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden näher unter die Lupe nehmen wollen.

Der Privatverkauf von Ferienhaus und Ferienwohnung

Ein großer Vorteil des Privatverkaufs ohne Makler ist die wegfallende Makler-Provision aus der Sicht eines Käufers. Je nach Objektwert kann dies erkleckliche Summen im vier- bis fünfstelligen Bereich ausmachen. Dies führt zu niedrigeren Kaufnebenkosten beim Erwerber und bedeutet oft eine größere Zahl potentieller Kaufinteressenten. Da es wie stets nichts umsonst gibt, muss der Verkäufer diesen Vorteil auch bezahlen. Und zwar in Form von viel Zeit und natürlich auch Kosten, um den Verkauf der Immobilie anzukurbeln. So manch einem Eigentümer ist der Umfang des Aufwandes nicht so recht bewusst. Sortieren wir, was so alles zu erledigen ist:


Mieter und Käufer finden. Immonet.de

  • Alle erforderlichen Unterlagen der Immobilie sind zusammenzustellen (Grundbuchauszug, Flurkarte, Grundrisse, Bauplan etc.)
  • Die Immobilie betreffenden Verträge sind vorzulegen (Mietvertrag, Agenturvertrag, Erbpachtvertrag, Versicherungsverträge)
  • Wirtschaftliche Dokumente sind erforderlich (Mieteinkünfte, Wirtschaftsplan, Instandhaltungsrücklage, Nebenkostenabrechnungen)
  • Bei Eigentümergemeinschaften auch grundlegende Dokumente (ETV-Protokolle, Teilungserklärung)
  • Der Verkaufspreis ist zu ermitteln. (Bodenrichtwert, Wertgutachten, Marktanalyse)
  • Das Verkaufsmarketing ist zu planen und durchzuführen (Exposè erstellen, Bilder und ggf. Video fertigen, die richtige Zielgruppe finden und ansprechen über diverse Marketingkanäle)
  • Interessenten-Management, Besichtigungstermine organisieren und durchführen
  • Verkaufsverhandlungen führen, Käuferbonität prüfen, Kaufvertrag ausarbeiten
  • Notartermin organisieren, Übergabe des Objektes

So weit die wichtigsten Aufgaben, die im Verkaufsprozess anstehen. Es ist unschwer zu erkennen, dass hier viele Dinge unter einen Hut gebracht werden müssen. Teilweise ist auch know how (z.B. Vertragsangelegenheiten) vonnöten, welches die meisten Eigentümer selbst gar nicht besitzen. So nimmt es kaum Wunder, dass in der Mehrheit der Fälle ein Makler beauftragt wird.

Der Verkauf der Ferienimmobilie mit dem Makler

In einem Satz formuliert: Alle oben erwähnten Aufgaben können Sie getrost dem Fachmann überlassen. Der Immobilienmakler verfügt bereits über ein Netzwerk, welches ihm die notwendigen Informationen und Kontakte liefert:

  • Der Makler besitzt Kenntnis der aktuellen Marktlage inkl. Preisgefüge, Kontakte zu Sachverständigen, Gutachter
  • Technisches Equipment für professionelle Objektaufnahmen und Dokumentvorlagen (z.B. Exposè) ist bereits vorhanden oder wird kurzfristig über das Netzwerk organisiert (z.B. Fotografen, Home-Staging).
  • Die erforderlichen Marketingkanäle sind bereits vorhanden (Immobilienportale, Kundenkartei).
  • Der Makler weiss berufsbedingt um Inhalte, Fristen und Anlaufstellen für die vorzulegenden Dokumente und Verträge.
  • Der Makler trägt die Kosten im Verkaufsprozess, die er an den neuen Käufer weiterreicht.
  • Er organisiert und führt Besichtigungen durch, kann mit Fachkenntnis kompetent und objektiv Verkaufsverhandlungen führen.
  • Und ganz wichtig! … Ein Immobilienmakler besitzt viel Zeit und Ausdauer, den richtigen Kaufinteressenten aufzuspüren.

Wenn ein verkaufswilliger Eigentümer einer Ferienimmobilie Zeit und Geduld mitbringt, sich das Zusammentragen von Informationen vorstellen kann, sich die Erstellung professioneller Verkaufsunterlagen zutraut, erfahren und sicher in vertragsrechtlichen Angelegenheiten ist sowie die Kommunikation und Verhandlungen mit Interessenten souverän führen kann, dann spricht nichts gegen den Verkauf des Ferienobjektes in Eigenregie. Gegebenenfalls ist es auch denkbar, sich fehlendes know how in bestimmten Teilbereichen (z.B. Verträge) auf eigene Kosten selbst zu organisieren.

Summa summarum lehrt jedoch die Erfahrung, dass recht viele Vorschriften und Regelungen zu beachten sind und dies zumeist den Verkäufer hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Zeit und der eigenen Fähigkeiten überfordert. Letztlich soll der Verkaufsprozess ja in juristisch korrekten Bahnen ablaufen und sowohl Käufer als auch Verkäufer rundum zufrieden machen.

 

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