Das Auge ißt mit! Diese grundlegende Weisheit ist jedem Küchenchef eines Restaurants vertraut. Und er schenkt ihr ganz besondere Beachtung, wenn er zur Riege der Sterneköche gehört. Daher ist die Dekoration eines banalen Gänge-Menüs oft nicht nur ein Gaumen-, sondern gleichzeitig auch ein Augenschmaus. Und der Gast merkt sich dieses Erlebnis ganz bestimmt, weil es etwas Außergewöhnliches war.

Ich weiss nicht warum, aber bei einem Teil der Vermieter von Ferienimmobilien hat sich diese Erkenntnis immer noch nicht herumgesprochen. Wie wären auch sonst die mitunter arg gruseligen Fotos einer Ferienunterkunft zu erklären, über die man auf Fewo-Portalen immer noch stolpert? Will man hier abschrecken oder vermieten? Überlegen Sie doch einmal selbst. Worauf schauen Sie zuerst, wenn Sie einen Urlaubskatalog durchblättern? Also bei mir sind es definitiv die Bilder der feilgebotenen Objekte. Sagt mir das Foto nicht zu, blättere ich gleich weiter  … egal, ob das Objekt einen Weinkeller, einen Snookertisch oder sonstige außergewöhnliche Merkmale besitzt.

Viele Käufer einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses lassen es sich nicht nehmen, die Phase der Einrichtung und Ausstattung einer Ferienimmobilie  zu einem Festival zu erklären. Da wird geschniegelt, gebürstet und drapiert, was das Zeug hält. Oft entstehen dabei wahre Kunstwerke. Doch was nützt das feinste Interieur, wenn anschließend ein Hobbyfotograf mit den Fotokünsten seines Handys drüber herfällt?

Wie Sie Ihre Ferienimmobilie bildlich in Szene setzen, entscheidet maßgeblich über den Vermietungserfolg. Und da können Sie auf reichlich Möglichkeiten zurückgreifen:

 

Fotos

Ansprechende Fotos und Bilder von Ferienwohnung bzw. Ferienhaus sind das absolute Minimum für das optische Marketing. Wenn Sie diese wichtige Aufgabe selbst in die Hand nehmen, dann achten Sie unbedingt auf diese Dinge:

1. Fotografieren Sie bei besten Lichtverhältnissen, lassen Sie Sonne und blauen Himmel sprechen. Wenn Ihnen der Unterschied in der Wirkung nicht vertraut ist, hier ein Beispiel:

Platz an der Seebrücke Ahlbeck im Winter

Platz an der Seebrücke Ahlbeck im Sommer


Beim linken Foto laufen Sie jetzt nicht wirklich zum nächsten Telefonhörer und wollen unbedingt 14 Tage Ostseeurlaub in Ahlbeck buchen, nicht wahr?

2. Konzentrieren Sie sich auf die Vorzüge Ihrer Ferienimmobilie und zeigen Sie diese. Darunter fällt alles, was Mitbewerber nicht aufweisen können. Das kann ein edler Kamin, hochwertiges Mobiliar oder ganz einfach eine liebevolle Dekoration sein. Denken Sie daran, je mehr Sie sich von anderen unterscheiden können, umso besser werden Sie in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

3. Eine ziemlich lausige Art des Marketings ist es, eine wichtige Information zu verbergen. Wenn die Umgebung Ihres Ferienobjektes nicht das Nonplusultra ist, dann sollten Sie auch ehrlicherweise dazu stehen. Glauben Sie mir, Sie schießen sich sonst nur ins eigene Knie … spätestens dann, wenn Ihr Gast Sie mit wütendem Blick wieder verläßt. Versuchen Sie stattdessen, das Vorhandene möglichst clever in Szene zu setzen. Binden Sie beispielsweise geschickt die Natur ein, wie ich es im obigen Sommerbild mit dem Oleander getan habe.

Der beste Tipp, den ich geben kann, ist jedoch dieser: Lassen Sie da einen Profi ran! Dessen Erfahrungen und technische Möglichkeiten übersteigen die Fähigkeiten der meisten Eigentümer deutlich. Seien Sie sich dieser Investition nicht zu schade. Es lohnt sich wirklich! Sehen Sie wiederum den Unterschied in meiner Ferienwohnung in der Villa Charlottes Höh in Heringsdorf:

Eigenes Foto vom Bad

Profifoto im Weitwinkel mit Dekoration


 

Spezielle Aufnahmen

Die überwiegende Mehrheit der Vermieter von Ferienwohnungen und Ferienhäusern schenkt dem sensiblen Fotothema die gebührende Beachtung. Wie kann ich mich da im Wettbewerb behaupten, wenn alle anderen auch schicke Fotos haben? Nun, Sie kennen sicherlich die folgende Redewendung:

„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

Die rasante technische Entwicklung unserer Zeit ermöglicht uns Vermarktungsmethoden, die vor Jahren noch undenkbar waren. Was liegt also näher, sich dieser technischen Neuerungen zu bedienen?

1. Weitwinkelaufnahmen

Zugegeben, das ist nicht wirklich eine technische Neuerung, aber ein typischer Problemfall eines Fewo-Eigentümers. Wie kriege ich bloß ein vernünftiges Foto vom kleinen Bad auf die Reihe? Gerade kleine Räume haben so Ihre Fototücken. Weitwinkelaufnahmen schaffen hier Abhilfe.

2. 360° Touren, Panoramaaufnahmen

Hier können Sie enorm punkten bei potentiellen Gästen. Im Hotelbereich und in den großen Ferienanlagen ist es mittlerweile fast Standard, mit Rundumbildern sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich auf der Homepage zu glänzen. Das verschafft eine erheblich bessere Perspektive als ein Foto in eine bestimmte Richtung …

3. Fotos aus der Luft

Diese Aufnahmen sind sehr hilfreich, um die genaue Lage der Ferienimmobilie am Standort zu dokumentieren. Dazu muss nicht unbedingt ein Helikopterpilot her. Die Aufnahmen können heutzutage mit teleskopähnlichen Geräten bis zu über 20 m Höhe oder mit flugfähigen Media-Drohnen erledigt werden.

 

Videos

Nicht nur auf der eigenen Webseite kann man es tun. Viele Fewo-Portale erlauben mittlerweile nicht nur das Hochladen von Fotos, sondern auch das Einstellen von Videos. Ich hatte vor längerer Zeit für die Webseite mit meinen Ferienwohnungen ein wenig damit herumexperimentiert, wie hier zu sehen:

Heringsdorf

Impressionen aus dem Seebad


Das Ganze war mit dem iPhone und dem Basisprogramm iMovie auf meinem Mac umgesetzt worden. Ich finde das Ergebnis, von den typischen Handy-Wacklern mal abgesehen, zwar recht passabel, würde es einem Ferienvermieter aber trotzdem nicht auf diese Art und Weise empfehlen.

Wenn Sie ein Video drehen wollen, dann engagieren Sie auch hier lieber den Fachmann. Der eröffnet Ihnen oft  weitere Perspektiven, wie zum Beispiel Filmaufnahmen aus der Luft und vor allem Innenaufnahmen.

 

Gestatten Sie mir noch ein paar Worte zur Nutzung der Fotos und Videos im Internet. Über die optische Präsentation der Ferienimmobilie in Form von professionellen Fotos und Videos hinaus vergessen immer noch zu viele Vermieter, diese Medien auch suchmaschinenoptimiert zu nutzen.

Dazu gehört ganz einfach, dass jedes hochgeladene Foto einen vernünftigen Titel, eine Beschreibung, eine alternative Beschreibung und ggf. eine Beschriftung erhält. Google kann dann Ihre Medien indexieren und es finden so einige Besucher zu Ihnen, weil Sie über die Google Bildersuche auf Ihr Foto aufmerksam wurden. Dasselbe gilt analog auch für Videos, welche dann natürlich auf YouTube, Vimeo & Co. veröffentlicht werden sollten.