Basics für Fewo-Vermieter – Blockchain und Kryptogeld als Investment?

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Eigentümer und Vermieter von Ferienhaus und Ferienwohnung können sich auf vielfältige Weise dem Thema Blockchain und Kryptowährungen annähern. Das betrifft nicht nur die mögliche Nutzung im Vermietungsalltag, sondern ebenso die Frage, ob ein Engagement in diesem Bereich auch als Anlage/Investment geeignet wäre. Welche Investmentformen gibt es derzeit und wie ist es um die Chancen und Risiken bestellt? Oder ist das alles nur hanebüchener Leichtsinn, bei dem einem die Haare zu Berge stehen? Dieser Fragestellung wollen wir heute detaillierter nachgehen und die unglaublich zahlreichen Informationen im Netz dazu einmal sortieren.

Geld selbst ist immer ein Anlagegut

Was ist denn das für eine Aussage? Schließlich versteht man weitläufig unter einer Anlage die Investition von Geld in Wertäquivalente wie z.B. Immobilien, Aktien oder Gold. Nun, das Geld an sich ist bereits eine Anlageform, wir machen uns dies jedoch im Alltag kaum mehr bewusst. Jeder von uns stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung und erhält deren Wert in Form von Geld vergütet. Der Zeitraum zwischen dem monatlichen Lohnempfang und dem Tausch des erhaltenen Geldes in beispielsweise Waren des täglichen Bedarfs ist eine Anlage. Und wir vertrauen darauf, dass das Geld bis dahin seinen Wert behält. Wir vertrauen ebenso darauf, dass die „Hersteller“ unseres Fiatgeldes namens Zentralbanken/Regierungen mit Weitsicht und werterhaltend agieren. Ärgerlicherweise wird unser Vertrauen jeden Tag mißbraucht. Denn unser Fiatgeld unterliegt einer permanenten Entwertung – der Inflation. Das können 2 oder 3% im Jahr sein oder auch deutlich mehr, wie aktuell Venezuela und die Türkei beweisen.

Falls Sie meinen, dass ist kein Thema in den führenden Nationen, dann sei hier an die Zeit der Hyperinflation 1923 in Deutschland erinnert. Auf dem Höhepunkt der Inflation erhielten viele Arbeiter zweimal am Tag Geld und tauschten es sofort in Waren oder Lebensmittel um. Denn am Abend war das erhaltene Geld nur noch die Hälfte wert. Ob und wann ein ähnliches Szenario auch künftig eintreten kann, weiß niemand. Fakt ist jedoch, dass fast alle Industrieländer bis über beide Ohren verschuldet sind. Und zwar so sehr, dass eine vollständige Rückzahlung mehrere hundert Jahre dauern würde. Früher oder später wird dieses Monsterproblem gelöst werden müssen. Blickt man in die Historie, dann hatten die Staatslenker rund um den Globus fast ausnahmslos die Inflation als Mittel der Wahl dafür auserkoren.

Immobilienkauf und Ferienvermietung als Kryptoinvestment?

Wer eine Ferienimmobilie kauft und diese an Urlaubsgäste vermietet, investiert sein Fiatgeld in der Hoffnung, dass der zukünftige Wert der Immobilie bzw. der Ertrag aus der Ferienvermietung die ursprüngliche Investitionssumme übersteigen und dem Eigentümer somit einen Wertzuwachs bescheren. Unterstellt man, dass der Besitzer Lösungen auf Blockchainbasis und Kryptowährungen in den Erwerbs- und Bewirtschaftungsprozess der Ferienimmobilie mit einbindet, dann bedeutet dies gleichzeitig auch eine Investition in Blockchaintechnologien, in dahinterstehende Unternehmen und Foundations sowie in die damit verbundenen Kryptowährungen.

Hotel in Ljubljana akzeptiert Bitcoin – Foto: Michael Bumann, wikimedia commons

Ein Beispiel: Sie entscheiden sich, in Zukunft Ihren Gästen neben der Zahlung mit Euro auch die Fewo-Übernachtung gegen Bitcoin zu ermöglichen. Zwischen der An-/Restzahlung des buchenden Gastes mittels Bitcoin und der späteren Nutzung durch Sie (Umtausch in Fiatwährung, Einkäufe in Bitcoin-akzeptierenden Geschäften ohne vorherigen Fiat-Umtausch oder auch das langfristige Ansparen der erhaltenen Bitcoins in Ihrem Wallet) können Minuten, Tage, Wochen oder gar Jahre vergehen. Zeit genug für den Bitcoin, seinem Besitzer durch Kursschwankungen Schweißperlen auf die Stirn oder Freudentränen ins Gesicht zu treiben. Dasselbe gilt für die Frage, ob die hinter dem Bitcoin steckende Blockchaintechnologie sicher und langfristig zuverlässig ist. Was ebenso zu der Überlegung führt, inwieweit die Initiatoren und Betreiber der Blockchain vertrauenswürdig sind. Es wäre jammerschade, wenn Sie in der Ferienvermietung alles richtig machen und die hart verdienten Bitcoins anschließend wertlos im Nirwana verschwinden.

Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es für die meisten Gefühlslagen eines Fewo-Vermieters brauchbare Lösungen gibt (oder momentan entwickelt werden). Wer beispielsweise dem Bitcoin nicht über den Weg traut, aber per Kryptowährung trotzdem neue Gästezielgruppen erschließen möchte, der kann mit entsprechenden Zahlungssystemen erhaltenes Kryptogeld in Sekundenschnelle in Fiatscheine tauschen und muss sich über die Bitcoin-Kursentwicklung keine Sorgen machen. Ich werde in späteren Artikeln einige Lösungen dafür vorstellen.

Eines sollte jedem Ferienimmobilisten aber spätestens jetzt klar sein. Ohne die Bereitschaft, sich über Blockchainlösungen und Kryptowährungen detailliert zu informieren, wird man aktuell nicht weit kommen. Greifen wir also Ihren Informationswillen auf und beleuchten das Thema aus dem Investmentblickwinkel etwas genauer.

Kryptowährungen – Geschäftsgrundlage oder Zockerpapier?

Allen Kryptowährungen ist eines gemein. Sie erblicken durch die Schaffung einer Blockchain (oder artverwandten Protokollen wie z.B. IOTA) das Licht der Welt und ihre Aufgabe besteht darin, die Kommunikation mit dieser geschaffenen Blockchain zu ermöglichen. Da dies nicht mit dem 10-Euro-Schein aus Ihrer Brieftasche funktioniert, gibt es Kryptowährungen. Erschafft jemand also ein Portal für die Vermietung von Ferienimmobilien auf der Basis einer Blockchain, so werden alle Vorgänge auf diesem Blockchain-Portal über diese „hauseigene“ Kryptowährung abgewickelt … Buchungen, Zahlungen, Umtausch in Fiatgeld etc. In etwa vergleichbar mit einem Casinobesuch. Dort können Sie auch nur bei Roulette oder Poker mit von der Partie sein, wenn Sie Ihre Euroscheine zuvor in die hauseigenen Casino-Chips eingetauscht haben.

Es existiert hier also ein eigenes kleines Ökosystem. Und je mehr Nutzer dieses Ökosystem hat, umso werthaltiger wird es und umso nachgefragter ist die hauseigene Kryptowährung. Das wiederum hat entsprechenden Einfluss auf den Kurs dieser Krytowährung. Hier ein kleines erklärendes Video eines YouTubers:

Wie bereits in den vorangegangenen Artikeln erwähnt, harren viele Dinge im Krytobereich noch einer gesetzgebenden Einordnung, da sie etwas Neues darstellen. Momentan weisen Kryptowährungen (noch?) eine ganz besondere Eigenschaft auf, die von allen anderen Anlagegütern sonst nur noch das Gold hat. Hält man Kryptowährungen länger als ein Jahr, so sind (mögliche) Gewinne steuerfrei. Betrachtet man die Kursentwicklung des Bitcoin, der sich von wenigen US-Cent auf rund 20.000 USD Ende letzten Jahres emporschwang, dann verwundert es nicht, dass auch Spekulanten magisch angezogen werden.

Im Grunde genommen wiederholt sich das Spiel aus der Zeit der dot.com-Blase vor rund 20 Jahren. Wer noch die Zeiten des Neuen Marktes in Erinnerung hat, weiß sicher, was gemeint ist. Das Interessante daran ist, dass seit der ersten großen Spekulationsblase durch „Eingeweihte“ Ende 2017 eine deutliche Beruhigungsphase eintrat. Genau, wie damals Pioniere wie Mobilcom und EM-TV in einem ersten Boom die Kurse rockten und dann deutlich zurückkamen … bis der Neue-Markt-Boom die Masse erreichte. Von da an wurde alles noch viel „kursverrückter“. Es bestehen durchaus Gründe zu der Annahme, dass diese Folgeentwicklungen vor uns liegen könnten. Wie komme ich darauf?

Futures, CFD’s & Co. – Die Banken rüsten sich

Wären die Kryptowährungen ein tägliches Gesprächsthema in der breiten Masse, dann türmten sich wohl reichlich Kommentare unter unseren Blockchain- und Krypto-Artikeln oder auch auf unserer Facebookseite. Da dies nicht der Fall ist, läßt sich daraus wohl entnehmen, dass dieses Thema zumindest bei den Ferienimmobilisten noch gar keins ist. (Wir überlegen derzeit, eine Blockchain- und Krypto-interessierte FB-Gruppe für Ferienimmobilisten ins Leben zu rufen, um sich ausgiebig austauschen zu können. Wer mitmachen möchte, bitte unter o.g. Facebook-Adresse eine Nachricht an uns senden.)

Als Zweites fällt unweigerlich auf, dass im globalen Unternehmensbereich aktuell eigentlich alles, was Rang und Namen hat, in Blockchainprojekte investiert oder sie mitentwickelt. Und Drittens hätten wir da noch die Banken, die stets auf der Suche nach aussichtsreichen Einnahmequellen sind. Was liegt da näher, als der Kundschaft Kryptowährungen schmackhaft zu machen? Da man aktuell bei einer Offline-Bank kein Kryptogeld erwerben kann, verlegt man sich auf den Handel mit Derivaten auf Kryptowährungen. Man kann bei einigen Anbietern bereits Instrumente wie CFD’s handeln, zumeist auf der Grundlage der im Dezember 2017 von der weltgrößten Termin- und Rohstoffbörse CBOT (Chicago Board of Trade) eingeführten Bitcoin-Futures.

Das riecht förmlich nach einem künftig explodierenden Handel mit Kryptowährungen. Aber an dieser Stelle nun ein gewaltiges STOPP! Mal ganz abgesehen davon, dass diese Finanzinstrumente kein Investieren, sondern nur noch ein reines Spekulieren darstellen, darf die folgende Frage erlaubt sein: Wie sinnvoll ist das Hantieren mit Derivaten auf Kryptowährungen, wenn Bitcoin, Ethereum & Co. selbst schon Kurssprünge von manchmal 10 oder 15% an einem einzigen Tag hinlegen? Wer da noch mit Derivaten hebelt, dem gehört auf die Finger geklopft. Außerdem ginge bei dieser Variante der oben erwähnte Steuervorteil einer Kryptowährung flöten.

Wenn Sie ein wenig in eine Kryptowährung investieren wollen (z.B. durch Gästezahlungen in Kryptogeld), dann brauchen Sie weder Bank noch Börse. Die eigene elektronische Brieftasche (Wallet) genügt vollkommen. Billigen Sie Kryptos einen gebührenden Platz im künftigen Alltag zu, dann verlegen Sie sich besser auf das „HODL“. Aber bitte, lesen sie die lustige Geschichte hierzu selbst.

Blockchain und dApps

Eigentlich ist der Begriff „Investieren in eine Kryptowährung“ nicht ganz richtig. Oder zumindest nicht vollständig. Denn jede Kryptowährung erfordert eine zugrundeliegende Blockchain (oder ein Äquivalent wie IOTA’s Tangle-Architektur) für ihre Existenz. Ohne Blockchain keine Kryptowährung. Man investiert also stets gleichzeitig in eine Blockchaintechnologie, wenn man Kryptogeld erwirbt. Daher macht es großen Sinn, sich neben dem Potential einer Kryptowährung auch immer den Zweck und den dafür geeigneten Markt der jeweiligen Blockchain genauer anzusehen. Versuchen wir es kurz und knapp im Überblick:

Sicher besitzt so ziemlich jeder von Ihnen ein Smartphone. Daher dürfte Ihnen das Wort „App“ (kurz für Applikation = Anwendungssoftware) geläufig sein. Erst damit kommt so richtig Leben in Ihr Handy. Sie chatten per What’sApp, verlassen sich auf die Vorhersage einer WetterApp oder tätigen Banküberweisungen mit Hilfe einer BankingApp. Viele Wetter- und SpieleApps  „erfreuen“ ihre Nutzer darüberhinaus noch mit lästigen Werbeeinblendungen durch Dritte. Und genau diese 3 Arten von Applikationen gibt es auch im Blockchainbereich – hier werden sie dApps genannt (kurz für dezentrale Anwendungen, da die Blockchaintechnologie ein dezentrales Unterfangen ist und nicht von zentralen Zensoren wie Facebook, Twitter oder Google kontrolliert und verwaltet wird). Die 3 Formen von dApps können Sie sich wie folgt vorstellen:

  1. dApps betreiben eine eigene Blockchain (vergleichbar Ihrem Smartphone und seinem Betriebssystem, z.B. das iPhone und iOS)
  2. dApps verwenden eine Blockchain der Form unter 1. (das entspräche allen iOS/iPhone-fähigen Apps wie z.B. What’sApp oder SpieleApps)
  3. dApps nutzen das Protokoll der Form unter 2. (dies wäre z.B. eingeblendete Werbung durch Dritte bei SpieleApps)

Ausführliche Erklärungen zu den dApps finden Sie hier und hier. Wenn man nun in eine Kryptowährung bzw. dessen Blockchain investiert, dann muss man sich auch immer für eine der 3 Formen dieser dApps entscheiden. Nehmen wir zum Beispiel Ethereum. Diese Blockchain ist keine reine Kryptowährung wie der Bitcoin, sondern ermöglicht zusätzlich das Andocken anderer Apps. Ethereum entspräche somit Ihrem Smartphone nebst Betriebssystem (siehe 1.) und erlaubt anderen Entwicklern, alle möglichen Anwendungen auf dieser Basisblockchain zu entwickeln. Beispielsweise ein Vermittlungsportal für Ferienwohnungen und Ferienhäuser (siehe 2.). Das ist auch der Grund für die aktuell große Beliebtheit der nach Bitcoin per Marktkapitalisierung zweitgrößten Blockchain Ethereum. Deutlich über 90% der jeden Tag neu angeschobenen Blockchainprojekte basieren im Moment auf Ethereum. Hätten sie das Potential der Idee von Gründer Vitalik Buterin doch bloß schon 2015 erkannt – der Mietertrag eines einzigen Monats in der Hauptsaison, bezahlt in Ethereum, war Ende 2017 Millionen Euro wert …;-)

Die Kursentwicklung von Ethereum seit 2016 – Quelle: Finanzen.net

Damit wären wir beim wohl spannendsten Teil des Blockchain- und Kryptowährungs-Themas angelangt – die im Stundentakt auf den Markt strömenden dApp-Ideen. Und genau darum kümmern wir uns im nächsten Artikel.

Titelbild: Mike Cauldwell, wikimedia commons

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