Basics für Fewo-Vermieter – Kauf, Verkauf und Tausch von Kryptogeld

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Wer als Vermieter von Ferienhaus und Ferienwohnung Kryptowährungen im Tagesgeschäft künftig nutzen möchte, muss sich zunächst mit den verschiedenen Wegen von Kryptotransaktionen auseinandersetzen. Die einfachste Variante wäre die Überweisung von Kryptogeld von einer Blockchain-Adresse zu einer zweiten, etwa der buchende Gast „überweist“ dem Vermieter Anzahlung und Restbetrag für den Urlaubsaufenthalt. Hierfür ist Voraussetzung, dass jeder Beteiligte eine geeignete Adresse zur Verwahrung von Bitcoin & Co. besitzt und der Gast ein Kryptoguthaben vorweisen kann. Dummerweise ist dies momentan auf beiden Seiten (noch) ein sehr seltener Fall.

Der Eintritt in das Kryptogeld-System

Die erste Hürde für die Nutzung von Kryptowährungen ist die einfache Frage: „Wie komme ich überhaupt in den Besitz von Kryptogeld?“. Antwort: Sie müssen irgendetwas aus Ihrem Eigentum dagegen eintauschen. Im Regelfall ist dies das vertraute Alltagsgeld einer Fiatwährung wie Euro, Dollar etc., es ist aber auch möglich ein Paypal-Guthaben dafür zu nutzen. Ärgerlicherweise können Sie derzeit nicht einfach zu Ihrer Hausbank gehen, ein paar Euro-Scheine auf den Tresen legen und im Gegenzug Kryptogeld in Ihre elektronische Brieftasche eingebucht bekommen. Daran arbeitet die Branche noch fieberhaft.

Wie es sich für ein Zahlungsmittel mit Internethintergrund gehört, läuft fast alles auch online ab … Kauf, Tausch, Überweisung, Verkauf. Allerdings gibt es hiervon auch einige Ausnahmen. Sehen wir uns die momentanen Möglichkeiten für den Erwerb von Kryptogeld einmal genauer an und beginnen mit einer vertrauten Variante – dem Automaten für Ein- und Auszahlungen:

1. Der Bitcoin-Automat

Ganz ähnlich einem Geldautomaten Ihrer Hausbank kann man hier Euro gegen Kryptogeld tauschen. Zu Beginn waren es meist reine Einzahlungsautomaten auf Bitcoin-Basis. Heute sind es immer mehr 2-Wege Automaten, sowohl für Ein- als auch für Auszahlungen (= Rücktausch von Kryptoguthaben in Fiatgeld). Mittlerweile kann man an einigen von ihnen auch andere Kryptowährungen als Bitcoin kaufen, wie z.B. Ethereum, Dash oder Litecoin. Und so funktioniert es:

Man benötigt an derartigen Automaten seine Wallet-Adresse, die auch als QR-Code eingescannt werden kann. Am einfachsten ist es mit einem Smartphone. Es gibt zahlreiche Hersteller und Service-Dienstleister von ATM (Abkürzung für Automated Teller Machine). Großbritannien, Österreich und die Schweiz sind in Europa Vorreiter, was die Zahl und Aufstellungsorte von Automaten angeht. So können Sie z.B. an jedem Fahrkartenautomaten der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) kinderleicht Bitcoin erwerben.

Und jetzt der Wermutstropfen: Deutsche Kryptointeressenten gucken bislang in die Röhre. Kein einziger öffentlicher Bitcoinautomat wird bislang hierzulande geduldet. Der Grund ist, dass in Deutschland für den Automatenbetrieb eine Banklizenz erforderlich ist. Das dürfte sich in naher Zukunft aber ändern. Mehrere Unternehmen aus dem Kryptosektor wie beispielsweise die Muttergesellschaft der deutschen Handelsplattform Bitcoin.de arbeiten intensiv an einer Erlangung der notwendigen Lizenz.

Coin ATM Radar – Globale Automatenstandorte

2. Handelsplattformen und Wechselstuben für Kryptowährungen

Wer vor allem in südlichen Gefilden rund um das Mittelmeer schon einmal Urlaub gemacht hat, kennt sicher die vielen kleinen Wechselstuben, in denen man sein heimisches Bargeld gegen die Währung des Urlaubslandes eintauschen kann. Gegen eine Gebühr können Sie dort z.B. Euro hinlegen und dafür Türkische Lira mitnehmen. Ganz ohne zeitraubende Formalitäten und Registrierungen. Genau so funktionieren auch die Online-Wechselstuben für Kryptowährungen. Sie zahlen Fiatgeld ein und erhalten im Gegenzug eine gewünschte Kryptowährung. Oder auch umgekehrt.

Einzahlungen sind je nach Wechselstube per Überweisung, Kreditkarte, Giropay und auf einigen weiteren Wegen möglich. Die zur Verfügung stehenden Kryptowährungen sind je nach Wechselstube ebenfalls recht unterschiedlich, ein Bitcoin-Erwerb ist aber bei allen Standard. Auszahlungen erfolgen zum überwiegenden Teil per Überweisung. Man benötigt kein Konto bei der Wechselstube (Exchange) und kann seine Kryptowährung dort auch nicht lagern. Beliebte Anbieter sind z.B. BTCDirect, Anycoin Direct, Coinimal, BitPanda oder Litebit.

Die Nutzung einer der zahlreichen Handelsplattformen ist schon etwas komplizierter. Dafür bekommt man Zugriff auf Dutzende Kryptowährungen und kann diese auch untereinander tauschen/handeln. Hier benötigen Sie ein stets Konto. Es ist einer der wenigen Blockchain-/Krypto-Bereiche, in denen der Gesetzgeber schon mehrfach aktiv war und die Handelsplattformen zur Schaffung von mehr Sicherheit verdonnert hat. Ohne Verifizierung geht kaum mehr etwas und erfordert bei Kontoeröffnung je nach Vorgaben durchaus auch mal einige Tage zur Freischaltung. Diese Verfahrensweise bei Kontoeröffnung deckt sich in etwa mit den Formalitäten bei der Eröffnung von Konto/Depot bei einer Online-Bank wie z.B. der DiBa.

Einzahlungen auf Handelsplattformen erfolgen wie bei den Wechselstuben zumeist per Überweisung, Kreditkarte, Giropay & Co., die Wechselgebühren sind jedoch geringer. Zu beachten ist, dass Ihre erworbenen Kryptos auf Ihrem dortigen Konto (Online-Wallet) liegen. Aus Sicherheitsgründen lassen Sie diese nicht in allzu großem Umfang dort verweilen, sondern senden diese besser an einen gesicherten Ort (Hardware-Wallets wie Trezor, Ledger Nano). Bekannte Handelsplattformen sind beispielsweise Bitcoin.de, Coinbase, Binance, Bitfinex oder Kraken.

3. Hybride Kreditkarten und Kryptobanken

Eigentlich kann Kryptogeld langfristig nur den Weg in die breite Öffentlichkeit finden, wenn es auch alltagstauglich für jedermann einsetzbar ist. Es verwundert daher nicht, dass man schon frühzeitig überlegte, wie sich Fiat- und Kryptogeld kombinieren und parallel nutzen lassen. Krypto-Kreditkarten sind so eine Idee. D.h., eigentlich sind es ja keine Kreditkarten, sondern Prepaid-Karten auf Guthabenbasis. Man lädt diese mit Fiat- oder Kryptowährung auf und kann sie anschließend auch in beiden Währungsformen nutzen. Egal, ob der Supermarkt nebenan oder der Online-Shop Bitcoin & Co. akzeptieren. Wenn nicht, dann zahlt man eben mit Euro. Das funktioniert dadurch, dass Visa bzw. MasterCard die zugehörigen Partner sind und somit auch Transaktionen an (fast) jedem x-beliebigen Bankautomaten ermöglichen.

Anbieter wie Wirex, Xapo, Coinsbank oder TenX hatten bereits derartige Karten erfolgreich auf dem Markt und wurden Anfang 2018 unsanft ausgebremst, als Visa die Kooperation mit dem 3. Partner im Bunde, einer Bank namens WaveCrest, aufkündigte. Bis auf Wirex arbeiten seitdem alle Anbieter fieberhaft daran, die Kryptokarten wieder einsatzfähig zu bekommen. Entweder durch die Suche nach einem neuen Bankpartner oder (als Lehre aus der Visa-Handlungsweise) gleich selbst eine Banklizenz zu beantragen. Das dauert für gewöhnlich eine Weile. Beim Anbieter Monaco scheint man wieder startbereit zu sein, wie in diesem Video zu sehen ist:

Womit wir bei der eigentlich am nächsten liegenden Überlegung angekommen sind. Wäre alles nicht viel einfacher, wenn es eine Kryptobank gäbe? Eine, welche die vertrauten Bankaktivitäten wie Überweisungen, Daueraufträge, Ein- und Auszahlungen sowohl mit den bunt bedruckten Eurozetteln als auch per Bitcoin erledigen kann? Das käme auch nicht so kryptoversierten Eigentümern und Vermietern von Ferienimmobilien sehr entgegen …

Daran arbeitet man intensiv hinter den Kulissen. Erste zarte Pflänzchen gibt’s schon länger, beispielsweise die deutsche Kooperation zwischen der Online-Bank Fidor und der Handelsplattform Bitcoin.de. Aber so eine richtige vollwertige Kryptobank wartet noch auf ihre Geburt. Einer der heißesten Kandidaten dafür ist das Berliner Unternehmen Bitwala, welches in Kürze mit einer Banklizenz durchstarten will. Klappt dies, dann ließen sich alle bisher genannten Kryptozugänge (Automaten, Wechselstuben/Handelsplattformen, Karten) mit den herkömmlichen Bankdienstleistungen im Fiat-Sektor an einer Stelle vereinen.
Bislang hakt es vor allem daran, dass die gesetzgebende politische Gilde weiterhin auf der Blockchain- und Krypto-Schulbank hockt und sich manchmal arg versetzungsgefährdet verhält. Andere Länder, Regionen und Städte sind da deutlich innovationsfreudiger, wie z.B. Zug in der Schweiz, oder Taiwan. Und der Inselstaat Malta hat sogar einen eigenen Staatssekretär für Finanzdienstleistungen, digitale Wirtschaft und Innovation, welcher fleißig adäquate gesetzlichen Rahmenbedingungen auf den Weg bringt. Bitte ausschlafen da im Bundestag …!

4. P2P, Gutscheine und physische Bitcoins

Wer kann sich noch erinnern, als in den 90ern die Regulierung des Internets in den Kinderschuhen steckte? Damals gab es z.B. noch die legale Möglichkeit, Musikdateien untereinander (P2P) zu tauschen. Napster war so ein Vehikel, welches dies ermöglichte. Ähnliches gilt heute für Kryptowährungen. Anhänger dieser Methode für den Kauf/Tausch/Verkauf von Bitcoin & Co. im privaten Rahmen finden sich in diversen Internetforen wie Bitcointalk oder auf Internetseiten wie Bitcoin-Treff.de. Auch Gruppen in Sozialen Netzwerken sind hier aktiv.

Eine weitere Möglichkeit, in das System der Kryptowährungen einzusteigen sind Gutscheine. Man kann diese ähnlich wie Vodafone- oder Amazon-Gutscheinkarten in Tankstellen oder teilnehmenden Shops kaufen und das darauf gespeicherte Guthaben als Bitcoin, Ethereum oder einigen anderen Kryptowährungen auf seiner Wallet einbuchen. So vertreibt die Wechselstube BitPanda Gutscheine über die österreichische Post und Coinfinity, ein Betreiber von Bitcoin-Automaten, nutzt das österreichische Tankstellennetz. Online funktioniert so etwas auch, beispielsweise über Bit4coin.

1/10 Bitcoin des finnischen Unternehmens Denarium

Physische Bitcoin-Münzen gibt es tatsächlich. Bei einem Großteil davon handelt es nicht um werthaltige Prägungen, sondern eher um Werbegeschenke, Sammlerprägungen u.ä.. Man findet sie aus unterschiedlichen Metallen zu Abertausenden auf Ebay. Ein anderer Teil dieser physischen Bitcoins repräsentiert einen tatsächlichen Kryptowert. Es sind auf diesen Münzen Hologramme mit Zeichenfolgen/QR-Codes eingeprägt, mit deren Hilfe man den angegebenen Wert auf sein Wallet laden kann.

Wer sich zu Gutscheinen und Physischen Münzen mit Bitcoinwert hingezogen fühlt, sollte beachten, dass der Erwerbsprozess meist über im Hintergrund agierende Dienstleister abgewickelt wird und man aus Sicherheitsgründen (die enthaltenen Schlüssel wurden von jemand Fremden generiert) gut daran tut, das Kryptogeld alsbald in das private Wallet zu transferieren.

Zum Schluss lösen wir noch eine praktische Frage. Manchem ist vielleicht schon aufgefallen, dass der Kurswert einiger Kryptowährungen mehrere Hundert oder gar Tausend Euro beträgt. Wie soll man denn mit 1 Bitcoin (Kurswert aktuell > 5.000 Euro) im Alltag hantieren? Antwort: Bitcoin-Werte können mit bis zu 8 Nachkommastellen ausgedrückt werden, wodurch sich jeder beliebige Betrag einer Fiatwährung wie Euro oder Dollar problemlos darstellen läßt. Die kleinste Einheit wird zu Ehren des Bitcoin-Erfinders „Satoshi“ genannt und repräsentiert den hundertmillionsten Teil eines Bitcoins.

Titelbild: Targaryen;  Denarium-Bitcoin: Ihqtzup;  beide wikimedia commons

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