Eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus in Deutschland kaufen – Wo muss ich suchen?

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Streben Interessenten von Ferienimmobilien einen Erwerb zum Zwecke der Vermietung an, so entscheidet sich eine überwältigende Mehrheit, eine Ferienwohnung bzw. ein Ferienhaus im Heimatland Deutschland zu kaufen. Über die Motive hatte ich bereits ausführlich berichtet.

Im nächsten Schritt interessiert natürlich die Frage: Wo finde ich die geeignete Ferienimmobilie?

Trotz intensiver Recherche ist mir bis heute noch kein Spezialanbieter über den Weg gelaufen, der ein umfangreiches und breitgestreutes Portfolio an Ferienwohnungen und Ferienhäusern zum Kauf anbietet. Meiner Erfahrung nach sind es vor allem kleine regionale Anbieter, die an einem Ferienstandort tätig sind und sich auf Ferienimmobilien spezialisiert haben.

Ein Hauptgrund für das Fehlen eines großen Anbieters ausschließlich für Ferienimmobilien dürfte in den Überlegungen eines Verkäufers liegen. Versetzen Sie sich doch einmal in die Lage eines Eigentümers einer Ferienwohnung, der diese verkaufen möchte. Er will das Objekt ganz bestimmt zu einem guten Preis in möglichst kurzer Zeit losschlagen. Dieses Vorhaben lässt sich am besten realisieren, wenn man einen möglichst großen Käuferkreis anspricht. Es wäre also töricht, die Verwendung des Objektes auf potentielle Vermieter an Feriengäste einzugrenzen. So ist es doch denkbar, dass sich eine Familie entschlossen hat, den Lebensabend in einer wunderschönen Wohnung mit Meerblick zu verbringen … ganz ohne Vermietungsabsicht. Und auf die Käuferschicht mit der Absicht zur Eigennutzung wird ein Verkäufer bestimmt nicht verzichten wollen.

Letztlich entscheidet sich unser Fewo-Verkäufer dafür, die erfolgversprechendsten Absatzkanäle einzusetzen, die er finden kann. Völlig unabhängig davon, ob die Ferienwohnung vom Käufer später auch als solche genutzt wird. Diese Überlegung vorangestellt, halten wir doch mal Ausschau, auf welchen Wegen Verkäufer ihre Immobilie am liebsten an den Mann bringen …

Eine interessante Immo-Studie hierzu wurde seitens der Ludwig-Maximilians-Universität München veröffentlicht. In dieser wurde untersucht, welche Vermarktungskanäle aus Verkäufersicht genutzt werden und Erfolg versprechen.

Es überrascht sicher keineswegs, dass mehr als 98% der Immobilien-Anbieter (Makler, Bauträger, Hausverwaltungen, Projektentwickler, Privatpersonen) Immobilienportale im Internet zur Vermarktung einsetzen. Knapp 86% nutzen eine eigene Hompage. Erst danach folgen Zeitungen und Vermarktungsschilder am Objekt mit jeweils rund 83% Nutzungsanteil. Maklerkooperationen (65%) und Anzeigenblätter (55%) folgen auf den weiteren Rängen.

Interessant ist die Tatsache, dass die befragten Anbieter die Wichtigkeit der Vermarktungskanäle Zeitungen und Anzeigenblätter deutlich geringer bewerten – nämlich nur mit 49 bzw. 34%. Immobilienportale (95%) sowie Homepage und Vermarktungsschilder ( je 70%) erachten die Anbieter als wesentlich wichtiger.

Die Gründe liegen auf der Hand. Zeitungen und Anzeigenblätter sind mit Abstand die teuersten Vermarktungskanäle und erreichen doch nur eine überschaubare Zahl an Interessenten im Verbreitungsgebiet. Dazu kommen massive Streuverluste, denn von 100 Lesern einer Zeitung interessiert sich vielleicht einer für einen Immobilienkauf.

Vermarktungsschild für Fewos im Autorenhaus

Vermarktungsschilder am zum Verkauf stehenden Objekt sind da schon deutlich cleverer. Sie kosten wenig und sprechen direkt potentielle Käufer unter den Passanten an. So habe ich z.B. meine Ferienwohnung in der Villa Wilhelmshöh auf der Insel Usedom gefunden.

Kleiner Tip noch am Rande: Wenn Sie sich vor einem Kauf intensiv mit einer fundierten Standortanalyse hinsichtlich des Vermietungspotentials Ihrer Ferienimmobilie auseinandersetzen, dann spazieren Sie ruhig mit offenen Augen durch den Ferienort. Ihnen werden etliche Vermarktungsschilder auffallen, die man als Tourist oft gar nicht wahrnimmt … vielleicht befindet sich auch Ihr Traumobjekt darunter.

Egal, ob Makler, Bauträger oder Privatperson – die meisten verwenden eine eigene Homepage für die Verkaufsbemühungen. Die Schwierigkeit für einen potentiellen Käufer besteht darin, diese Webpräsenz auch zu finden. Wer bei Google nicht auf der ersten Ergebnisseite erscheint, wird oft auch nicht entdeckt. Oder blättern Sie mehrere Ergebnisseiten durch, wenn Sie bei Google nach etwas suchen?

Die Lösung dieses Problems sehen die meisten Anbieter darin, ihre Immobilienangebote auch auf Immobilienportalen im Internet zu tragbaren Kosten zu veröffentlichen. Gleichzeitig können Interessenten über einen Link auf die eigene Homepage geleitet werden und dort weiterführende Informationen erhalten.

Damit ergibt sich letztlich, wo ich nach einer Ferienimmobilie suchen würde … auf Immobilienportalen im Internet. Das Angebot steht 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung, die Suchfunktionen und Informationen sind breit gefächert und das Objektangebot ist enorm. Da viele Verkäufer keine Zeit, kein Wissen oder schlichtweg keine Zeit für einen aufwendigen Verkaufsprozess haben und diese Aufgabe sehr oft Maklern übertragen und diese wiederum ihr Immobilienportfolio auf (mehreren) Immobilienportalen einstellen, haben Käufer dort auch die umfassendste Auswahl.

Wenn Sie eine möglichst erfolgreiche Vermietung Ihrer Ferienwohnung oder Ihres Ferienhauses anstreben, dann erinnere ich an die sinnvollste Reihenfolge beim Erwerbsprozess. Erst den erfolgversprechendsten Standort suchen, danach die richtige Lage am Ferienstandort ausfindig machen und erst dann auf die Suche nach der geeigneten Ferienimmobilie gehen. Sonst finden Sie möglicherweise die passende Fewo am unpassenden Standort – und erschweren sich das Vermietungsmarketing unnötig.

 

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