Ferienhaus auf Mallorca kaufen. Der Blick auf die aktuelle Lage.

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Die Immobilien-Interessenten sind hin und her gerissen. Soll ich nun ein Stadt-Haus, eine elegante Villa, eine rustikale Finca oder ein Ferienhaus auf Mallorca kaufen … oder lieber (noch) nicht? Der spanische Immobilienmarkt versucht weiterhin, seine  Wunden zu lecken. Die Balearen-Insel Mallorca ist bislang mit einem blaue Auge davongekommen. Die Preisabschläge sind  im Vergleich zum spanischen Festland deutlich geringer und betreffen vor allem das Angebot im unteren und mittleren Immobiliensegment.

Wer momentan ein Ferienhaus auf Mallorca kaufen möchte, bekommt in unserem heutigen Gastartikel Aktuelles zur Lage berichtet:

Gastbeitrag von Eva Chmielarz, Mallorca Immobilien Center S.L., Can Pastilla.

Die aktuelle Nachfrage nach Ferienhäusern auf Mallorca

Es ist Sommer und der Himmel über Deutschland häufig verhangen. Attraktiv erscheint die Aussicht, auch kurzfristig in das eigene Ferienhaus oder in die Ferienwohnung im Süden zu entfliehen. Die Baleareninsel Mallorca ist Urlaubsdestination  und beliebter Zweitwohnsitz der Deutschen zugleich und somit eine interessante Region zum Kauf eines Ferienhauses. Dies hat Gründe: Die Insel ist von Deutschland aus mit dem Flugzeug in zirka zwei Stunden zu erreichen. Die Landschaft ist vielfältig. Abwechslungsreich ist das Freizeitangebot auf Mallorca. Die Infrastruktur ist ausgezeichnet und die Distanzen innerhalb der Insel kurz. Mallorca bietet Berge und Meer, Kultur und Stadtleben, Luxus und typische Urlaubsortschaften sowie authentische Dörfer auf kleinem Raum. Ein nicht unwesentlicher Aspekt am stetigen Interesse für die Destination Mallorca ist wohl, dass die Sonne im Durchschnitt 300 Tage im Jahr scheint.

Alles Gründe, die unter anderem auch zu dem bis 2007 anhaltenden Boom auf Mallorca führten. Mit steigender Nachfrage stiegen auch die Marktpreise für Ferienhäuser auf Mallorca.  Banken lockten mit interessanten Finanzierungsmöglichkeiten für Ausländer. Die Preise stiegen jährlich zwischen 5-15 %.

Die spanische Immobilienkrise, die weltweite Wirtschaftskrise, ein schwaches Pfund, zunehmende Verunsicherung führten neben weiteren Aspekten zu einem drastischen Wandel im Marktgeschehen. Der Markt begann vielfach zu stagnieren. Verkäufer, die auf bessere Zeiten warten, Interessenten, die auf weiterhin sinkende Preise hoffen und Banken, die sich keine Risiken mehr leisten können.

Dennoch: Auf Mallorca bestand und besteht eine Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Immobilien. Im Unterschied zu anderen Regionen Spaniens, bleibt der Markt durch die hohe Anzahl von Ferienimmobilien in Bewegung. Die Nachfrage und das Angebot bestimmen bekanntlich den Preis und demzufolge gibt es für Ferienhäuser in gefragten Regionen und einem geringen Angebot an Immobilien durchaus Preissteigerungen. Andernorts sind Preissenkungen bzw. Preisregulierungen zu beobachten.

Nach dem vergangenen Boom am Immobilienmarkt auf Mallorca werden nun zum Teil Preisabschläge von 10-20% im Küstenbereich und etwa 30% im Landesinneren verzeichnet. Grund hierfür ist auch die Nachfrageverschiebung beim Kauf eines Ferienhauses auf Mallorca.

Die rustikale Finca war als Ferienhaus gefragt. Nun verlagert sich die Nachfrage vermehrt auf das Ferienhaus mit Meerblick oder die Ferienwohnung in der Altstadt von Palma de Mallorca. Begehrt sind auch Ferienhäuser in dem schönen und hippen Künstlerdorf Deia in den Bergen Mallorcas oder ein Ferienhaus in der aufstrebenden Hafenortschaft Puerto de Soller. Eine stetig steigende Nachfrage ist für die ehemaligen Fischerorte Ciudad Jardin, Portixol und Es Molinar, die der Gemeinde Palma angehören, erkennbar. Bei der Ausstattung der Ferienhäuser wird gegenwärtig eine modern oder klassisch-moderne Einrichtung in Kombination mit zeitgemäßer Technik bevorzugt.

Titelfoto: Andrès Nieto Porras, wikimedia commons

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Kommentare

  1. Heinz  Juli 15, 2012

    Die Immobilienpreise auf Mallorca sind genauso im freien Fall wie im übrigen Spanien. Preise, welche über denen von München oder Hamburg liegen, wer soll das bezahlen bzw. wer möchte dies bezahlen und glaubt dann ernsthaft, dass er diese Immobilie je wieder verkaufen kann? Auf die aktuell geforderten Preise einen Abschlag von 30%, dann kommt es ungefähr an die Realität. Das Ende der Fahnenstange ist garantiert noch lange nicht erreicht. Verkäufe im Jahr 2008 auf Mallorca betrugen ca. 29.000 Umschreibungen. Im Jahr 2011 betrugen diese gerade noch ca. 8000 Umschreibungen. Bitte liebe Makler, lasst die Kirche im Dorf. Neue Häuser in der Cala Murada gibt es ab € 213.000.– diese wurden vor vier Jahren gebaut und sind immer noch nicht alle verkauft. Dazu kommt die Altersstruktur der Eigentümer, oft jenseits der 60, die ersten Krankheiten kommen und lassen sich besser in Deutschland behandeln, ein Partner stirbt, die Kinder wollen die Immobilie nicht, wenn dann noch die Erbschaftssteuer zuschlägt mit über 30%, dann ist wohl alles gesagt. Am besten man mietet sich etwas und wenn einem die Insel nicht mehr gefällt, geht man einfach wieder. Wer jetzt kauft, kann sein Geld direkt verbrennen

    antworten
    • admin  Juli 15, 2012

      Dem würde ich mich anschließen wollen. Im kürzlichen Artikel über Steuern auf spanische Immobilien ist eine Grafik enthalten, welche diese Sichtweise untermauert. Da bislang keinerlei tragfähige Lösungen für die Schuldenkrise in Angriff genommen wurden und stattdessen weiterhin versucht wird, Feuer mit Benzin zu löschen, stehen wohl noch ungemütliche Zeiten ins Haus.
      Klug ist jedoch, sich allzeit auf dem Laufenden zu halten … bis ein akzeptabler Kaufzeitpunkt naht.

  2. Eva Chmielarz  Juli 16, 2012

    Vielen Dank für die Kommentare, zu denen ich gerne Stellung nehme:

    Auf Mallorca ist der Immobilienmarkt in sich stark inhomogen. Der Markt beinhaltet Luxusimmobilien mit Preisen in Millionenhöhe oder darüber hinaus, als auch Wohnungen und Häuser im Niedrigpreissektor, die teilweise im Besitz der spanischen Banken sind und abgestoßen werden. Statistiken, die den durchschnittlichen Preisindex von Spanien aufzeigen, sind nicht auf Mallorca übertragbar. Auf dem spanischen Festland wurde nicht selten an dem Bedarf vorbei gebaut. Auf Mallorca muss der Markt der Ferienimmobilien getrennt betrachtet werden. Die Nachfrage wird von anderen, internationalen Käuferschichten bestimmt. Unbestritten fallen die Preise von Immobilien auch auf Mallorca (s. Artikel). Hier handelt es sich um die Immobilien der unteren und mittleren Preiskategorie, um Lagen mit ausreichendem Angebot oder um Immobilienpreise die an die Marktgegebenheiten angepasst wurden, als auch um Immobilienangebote der Banken oder Notverkäufe. Mallorca ist weder mit München, noch mit Hamburg vergleichbar, doch auch hier ist eindeutig erkennbar, dass die Preise durch die Nachfrage steigen und die Nachfrage trotz drastisch steigender Preise weiter besteht. Der Boom im Immobilienmarkt auf Mallorca ist vorbei, wie es die aufgeführten Umschreibungen belegen und die Weltwirtschaftskrise und die spanische Immobilienkrise haben ihre Spuren hinterlassen. Preise für ein neu erbautes Haus von 213.000 € sind durchaus möglich und der Preis und die Nicht- und Schwerverkäuflichkeit haben Gründe. Vermeintliche Schnäppchen und private Notverkäufe gab es auch in den Boom-Zeiten. Sie sind jedoch nicht die Regel. Entspricht das Angebot der Nachfrage hält sich auch das Preisniveau, solange dies für die gegebenen Marktverhältnisse realistisch bleibt. In meinem Artikel sprach ich von einer bestehenden Nachfrage an qualitativ hochwertigen Immobilien. Diese unterscheiden sich vom weiteren Angebot durch die Bauqualität und einer bevorzugten Lage mit einer gut ausgebauten Infrastruktur. Immobilien, die diesen ausschlaggebenden Kriterien entsprechen, weisen eine weitgehende Wertstabilität auf. Bei Immobilien, die sich in Top-Lage (wie z.B. ein Grundstück am Meer) befinden, sind keine Preisbewegungen erkennbar.

    antworten
  3. Harz  Juli 17, 2012

    Hallo,

    vielen Dank für den Artikel. Was halten Sie von einem Artikel über die Verwaltung von Ferien-Immobilien auf Mallorca (oder auch darüber hinaus?). Vermietung und Reinigung bei Abwesenheit, Kosten etc. ?!

    Viele Grüße aus dem Harz

    antworten
  4. Heinz  Juli 18, 2012

    Sehr geehrte Frau Chmielarz,
    Sie mögen recht haben, wenn die Top-Lagen auf Mallorca in bester Bauweise nicht an Wert verlieren. In diesem Punkt stimme ich Ihnen zu. Wenn ich von der deutschen Käuferschaft ausgehe, haben gerade einmal 8% der Bevölkerung ein Vermögen von mehr als 250.000 € . Im Umkehrschluss bedeutet dies, 92% der Bevölkerung haben gar nicht das Geld, sich eine Immobilie in Top-Lage zu kaufen. Die Immobilienkäufe haben vom Jahr 2007 bis 2011 um 70% abgenommen (siehe oben: 8000 Umschreibungen im Jahr 2011). Diese Zahlen sind belegt. Die Kundschaft, welche das Geld nach Mallorca brachte, sind jene Familien, die sich ein Haus oder eine Wohnung zwischen 100.000 und 250.000 € kauften. Diese Schicht hat sich von Mallorca verabschiedet.
    Die Käufer zwischen den Jahren 2000 und 2008, welche zu Höchstpreisen Wohnungen und Häuser gekauft haben, können ihre Immobilien nur noch mit Verlust verkaufen. Dies wollen Sie natürlich auch nicht. Das bremst doch schon wieder die Neukäufe zu „normalen“ Preisen, wie Sie noch 1999 möglich waren. Diese Preise werden wahrscheinlich in den nächsten 10 Jahren nicht mehr realisiert werden.
    Einerseits gibt es Interessenten für Mallorca (diese wollen sich natürlich nicht mehr vera***n lassen), welche Immobilien zu normalen Preisen suchen und die anderen wollen nicht mit Verlust verkaufen. Die Folge daraus, die Häuser und Wohnungen vergammeln lieber.
    Ein Beispiel: In Sa Coma, neues Appartmenthaus, gebaut 2009, damals geforderter Preis für eine Wohnung mit 2 Schlafzimmern, € 225.000.–. Der gesamte Komplex (ca. 40 Wohnungen) steht so gut wie leer. Die gleichen Wohnungen werden jetzt für € 118.000.– angeboten. Allein an der Playa Romantica versuchen 35 ältere Herrschaften Ihre Häuser aus den 70er Jahren zu verkaufen. Gekostet haben diese damals ca. 40.000.–DM, d.h. € 20.000.–. Jetzt möchten diese betagten Mitbürger teilweise € 200.000.– für diese kleinen Häuser. Einer verlangt diesen Preis und alle meinen, sie bekommen das Gleiche. Niemand kauft, die Häuser stehen leer, es wird nicht modernisiert, die Häuser verfallen … statt die Häuser zu einem vernünftigen Preis auf den Markt zu bringen. Die Herrschaften sind sich gar nicht bewusst, was passiert und welche Kosten auf die Erben zukommen bzw. Renovierungskosten und das Haus wird immer weniger wert. Mallorca ist für mich die schönste Insel der Welt, wir haben selbst dort ein Haus und möchten auch nie wieder weg von der Insel. Aber alles ist leider vergänglich.
    Diese Krise wird Mallorca nicht unterkriegen und vielleicht ist diese Gesundung auch notwendig, um wieder normale Verhältnisse herzustellen. Ich kann nur jedem raten: Wer ein Haus sucht, fragt einen Mallorquiner, was er für das Haus bezahlen würde … dann hat man den richtigen Preis. Für alle, die ein Haus suchen, die Zeiten werden sich in den nächsten drei Jahren garantiert ändern. Und zwar so, dass auch „normale“ Menschen sich wieder ein Haus oder eine Wohnung kaufen können.

    antworten
  5. Ralf  August 1, 2012

    Kann mich Heinz nur anschließen, auch wir haben uns vor ein paar Jahren nach einer Immobilie in Spanien erkundigt und waren erschreckt über die hohen Preise. Kein Wunder, dass dort so viele Häuser leer stehen. Besser wäre es meiner Meinung nach, dass Preisniveau zu senken und so den Immobilienmarkt wieder zu stärken.

    antworten
  6. Michael K.  August 6, 2012

    Hi

    JA, ich weiss, was ihr meint! Trotzdem muss ich sagen, dass man in Spanien immer noch Schnäppchen findet. Gerade jetzt in der Krise.
    Na klar muss man danach suchen, aber es gibt sie noch …

    antworten
  7. Thomas  Juni 30, 2017

    Interessante Kommentare aus dem heutigen Blickwinkel, wobei alle davon ausgehen, der derzeitge Boom wird für immer anhalten, also wait and see 🙂
    Und nicht aus den Augen verlieren, dass Immobilienmakler in Spanien anders verdienen als in Deutschland.

    Beispiel ?
    Vergleichbare Wohnungen in Cala Fornells / Mallorca Süd-West sollen zwischen € 215.000 und € 320.000 kosten. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, in welch katastrophalem Zustand die Elektrik dort ist.

    antworten

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