Hitparade der TOP-Ferienorte an der deutschen Ostsee 2012

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Ich kenne einige Eigentümer einer Ferienwohnung, die über Jahre hinweg die gesamte deutsche Küste auf der Suche nach der richtigen Immobilie abgeklappert haben. Zumeist steht dann die wichtige  Grundsatzentscheidung „Ostsee oder Nordsee?“ an. Hat sich der potentielle Käufer einer Ferienimmobilie für eine erfolgversprechende Region entschieden, so steht natürlich die Frage nach den attraktivsten Standorten innerhalb dieser Urlaubsregion. Für die Liebhaber der Ostseeregion will ich heute mal die in früheren Blogartikeln bereits veröffentlichten statistischen Daten zum Tourismus in einzelnen Küstenabschnitten zusammenfassen. Sozusagen die Hitparade der TOP-Ferienorte an der gesamten deutschen Ostsee.

In den TOP 50 wurden alle Ferienziele an der Ostsee in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern berücksichtigt. Es ist nicht wirklich überraschend, daß die Inseln den Sieg über das Festland errungen haben. Rügen und Usedom konnten allein 8 der TOP 20 Plätze erobern, dazu noch Fehmarn als Nr. 5. Es macht sich hier ganz sicher bezahlt, dass fast alle touristisch geprägten Ostseeinseln (mit Ausnahme von Hiddensee und Poel) sehr gut mit dem KfZ und/oder der Bahn erreichbar sind.

Und Mecklenburg-Vorpommern triumphiert über Schleswig-Holstein. Ein klares 15 : 5 für MV in den TOP 20 auf der Beliebheitsskala. Hier macht sich definitiv bemerkbar, dass die gesamte MV-Küste gut besucht wird. In Schleswig-Holstein hingegen spielt lediglich Ostholstein in der 1. Liga mit. Die schleswigsche Ostsee-Region wird unter den Urlaubern weniger favorisiert.

Ich bitte auch bei dieser Hitparade zu berücksichtigen, dass die Statistischen Ämter nur die gewerblichen Beherbergungsbetriebe ab 10 Betten inklusive Camping und Kurkliniken erfassen, welche einer Meldepflicht unterliegen. Der Privattourismus wäre nur durch gesonderte Befragungen ermittelbar, macht aber verschiedenen Quellen zufolge bis zu 50% der lokalen Übernachtungen aus. Unter Berücksichtigung dieser statistischen Randnotiz ist die nachfolgende Erhebung als Annäherung an das tatsächliche Reiseverhalten der Gäste zu verstehen.

Hier nun die Hitliste der Reiseziele an der deutschen Ostseeküste im Jahr 2012:

Sehr interessant empfinde ich auch die Platzierung einiger bekannter Ferienorte. Beispielsweise viel Tamtam in Heiligendamm. So oder ähnlich hieße die passende Beschreibung der Entwicklungen des letzten Jahrzehnts in Deutschlands ältestem Seebad, welches spätestens seit dem G8-Gipfel im Jahr 2007 mit seinem gastgebenden 5***** Grand Hotel in aller Munde war. Immobilien-Unternehmer Anno August Jagdfeld musste für sein Vorzeigeprojekt gar Insolvenz anmelden und Heiligendamm findet sich mit herben Verlusten von knapp 20% bei den Übernachtungszahlen abgeschlagen auf Platz 43 der Ostsee-Standort-Hitparade 2012 wieder.

Wer durch Heiligendamm spaziert, der merkt schnell, was mit Infrastrukturschwäche gemeint ist. Vor allem der Fundus an Freizeitmöglichkeiten ist vergleichsweise begrenzt. 5-Sterne-Gäste benötigen aber auch ein entsprechendes Umfeld außerhalb des Grand Hotels. Das ewige Hickhack zwischen Hotelbetreiber, Gästen, Einwohnern und Lokalpolitikern tat sein Übriges. Das lässt für die geplante und immer wieder in Stocken geratene Sanierung historischer Strandvillen (Perlenkette) zum Zweck der Ferienvermietung nichts Gutes erwarten.

Ein Ferienort mit einem großen Freizeit- und Vergnügungspark am Meer sollte doch ein Besuchermagnet sein. Sierksdorf In Ostholstein hat mit dem berühmten Hansapark dieses Privileg vorzuweisen. Dass es trotzdem nur zu einem Platz außerhalb der TOP 50 (Nr. 52) reicht, finde ich bemerkenswert. Ein ausgeprägter Tagestourismus ohne Übernachtungswunsch der Besucher dürfte dahinterstecken.

Ostsee-Strand von Usedom

Fazit: Der Erwerb einer Ferienimmobilie an der Ostsee ist nach wie vor eine erfolgversprechende Investition, wenn man eine gründliche Planung und Marktanalyse vorab nicht versäumt.
Derweil wird weiter fleißig gebaut und saniert. Einrichtung und Ausstattung bei Feriendomizilen aus Bauträgerprojekten werden immer hochwertiger feilgeboten und mit ihnen steigen auch die verlangten Kaufsummen. Die Kaufpreise für Immobilien bewegen sich mittlerweile auf einem ambitionierten Niveau, die Luft wird zusehends dünner.

Umso wichtiger erscheint es, den Immobilienerwerb auf wirtschaftlich gesunde Beine zu stellen und einen Standort mit hohem Vermietungspotential auszuwählen. Gute Renditechancen an der Ostsee ergeben sich auf den Inseln Rügen und Usedom, den Badeorten Kühlungsborn, Warnemünde und Boltenhagen, der Halbinsel Fischland Darß Zingst sowie entlang der Ostseeküste Ostholsteins. Überdurchschnittliche Belegungsquoten zu hohen Mietpreisen sind in diesen Ferienorten zu erwarten.

Eine Schwäche haben die Spitzenreiter Heringsdorf und Binz dann doch. Keiner der beiden Standorte hat es bislang geschafft, sich einen Yachthafen zuzulegen. Mal ehrlich, ein Urlaub am Meer ist doch nur perfekt, wenn sich zahlreiche Segler und Motorboot-Yachten bestaunen lassen …

 

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