Update Mallorca – Vermögensteuer, Tourismusgesetz & Rekorde

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Was gibt’s Neues auf der Deutschen liebster Ferieninsel Mallorca? Zunächst einmal einen Gästerekord im Wonnemonat Mai, was die Vermieter von Ferienhäusern, Fincas und Appartements sicher ebenso erfreut haben dürfte wie die Hotels der Baleareninsel. Es wird von Zuwachsraten von 5% bei Gästen aus Deutschland und Skandinavien und 10% unter britischen Urlaubern berichtet.

Davon profitierten insbesondere die beiden britischen Hochburgen Palmanova und Magaluf, Playa de Palma, Cala Millor sowie Alcudia und Can Picafort im Inselnorden. Es sei allerdings angemerkt, dass Mallorca für die Rekordzahlen nur bedingt verantwortlich ist. Die aktuellen Unruhen in der Türkei haben nach Auskunft der dortigen Hotelvereinigung zu Stornierungen in Höhe von 10% geführt, in der Region Istanbul hört man gar von 40% Stornierungen. Davon profitieren Mallorca und andere Destinationen.

Die Regulierungsdrang scheint weiterhin ein Steckenpferd der Balearen-Regierung zu sein. Seit 19.Juli 2012 gibt es das Tourismusgesetz, welches u.a. die Ferienaufenthalte in Wohnimmobilien regelt. Darin werden für die Ferienvermietung von freistehenden Einfamilienhäusern oder Reihenhäusern Mindestanforderungen festgelegt. Dazu gehört auch die Einreichung einer Verantwortlichkeitserklärung für Immobilie und Vertrieb bei der zuständigen Registerstelle im Ministerium. Erfolgt Letzteres nicht, so gilt die Vermietung als illegal und wird mit hohen Strafen geahndet.

Die Regierung scheint dies auch rigoros umzusetzen. Über 1.000 Verfahren wegen unerlaubter Ferienvermietung habe die zuständige Behörde bereits eröffnet. Wer seine Wohnung oder sein Haus langzeitvermietet, benötigt jedoch keine behördliche Genehmigung.

Im Artikel über Steuern auf Immobilien in Spanien hatte ich mich bereits im letzten Jahr der steuerlichen Gemengelage auf Mallorca gewidmet. Klärungsbedürftig scheint dabei immer noch die Thematik Vermögensteuer zu sein:

Im Dezember 2012 beschloss die Balearen-Regierung eine Wiedereinsetzung der Vermögenssteuer rückwirkend zum 01.01.2012 (Allein die Tatsache eines rückwirkenden Beschlusses belegt Ziel und Absicht sehr schön …). Dieser Beschluss gilt für Residente, also Personen mit dauerhaften Wohnsitz auf Mallorca. Nichtresidente fallen unter das allgemeine spanische Vermögensteuergesetz, wo ab 2011 wieder Vermögensteuer zu entrichten ist.

La Seu, Palma de Mallorca             Foto: Andrès Nieto Porras

Die Steuerpflicht erstreckt sich dabei auf alle natürlichen Personen. Ausnahme: Die Immobilie wird über eine S.L. gehalten. Dabei sollte besser darauf geachtet werden, dass die Gesellschaft einer gewerblichen Tätigkeit nachgeht. Sonst droht möglicherweise Vermögensteuer auf den Geschäftsanteil der Gesellschafter, beispielsweise bei einer Immobilienbesitz S.L.

Es gelten Freibeträge von 700.000 Euro pro Person. Bei einem eingetragenen Ehepaar als Eigentümer also 1,4 Mio. Euro. Dies dürfte bereits oberhalb des durchschnittlichen Kaufpreises für eine Immobilie auf Mallorca liegen und somit keine Vermögensteuer auslösen. Anders sieht es für Personen aus, die hochpreisige Immobilien im Luxusbereich erworben haben.

Bei höheren Immobilienwerten und/oder weiterem Immobilienvermögen im Ausland wird die Sache für Residenten nämlich etwas komplexer. Ein Transparenzgesetz forderte Spanienresidenten zur Offenlegung ihres Auslandsvermögens auf – Stichtag 30.4.2013. Für Zuwiderhandlungen sind drastische Strafen vorgesehen.

Tja, wie reagiert der bedrängte Resident mit größerem Immobilienvermögen? Richtig, er findet einen Ausweg. Die Zahl der deutschen Residenten auf Mallorca ist 2012 von 36.800 auf 29.900 zurückgegangen. Wer Pendelmöglichkeiten zwischen Deutschland und Mallorca besitzt, scheint seinen Steuerwohnsitz ins (noch) vermögensteuerbefreite Deutschland zu verlegen. Wer seine Geschäftstätigkeit auf Mallorca führt bzw. schulpflichtige Kinder dort hat, schaut in die Röhre.

Dann ließe sich die Vermögensteuer wohl nur dadurch umgehen, indem man eine Hypothek auf die Immobilie aufnimmt, wie es einige Gutbetuchte augenscheinlich tun. Denn die Steuerbasis ist der Immobilienwert vermindert um einen Hypothekenbetrag. Ob das letztlich eine kluge Taktik ist, wird die zukünftige Entwicklung noch zeigen …

 

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